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Über den Amazonas von Iquitos nach Manaus

Von Cusco sind wir über Lima und Tarapoto nach Iquitos geflogen. Direkt bei unserer Ankunft kam es uns vor als wären wir in einem anderen Land, definitiv nicht Peru. Hier fuhren unendlich viele Mototaxis, es war dreckig und natürlich das Klima ein ganz anderes. Wir fühlten uns etwas zurück in Asien.

Da Iquitos selbst nicht viel zu bieten hat, wollten wir nur wenig Zeit in der Stadt verbringen. Insgesamt hatten wir nur einen vollen Tag und den Ankunfts-& Abfahrtstag. Diese Zeit nutzten wir für einen Spaziergang durch die Stadt und natürlich unsere Tour und die Weiterreise an organisieren.

Die Stadt ist sehr lebhaft hat die beste Zeit aber definitiv hinter sich.

Collage Iquitos

Um von Iquitos bis nach Manaus zu kommen mussten wir zunächst zur Grenze.

Für diesen ersten Teil der Strecke entschieden wir uns für das Schnellboot, dass in ca 10 h im Dreiländereck Kolumbien, Brasilien, Peru ankommen sollte.

Unsere Tickets kauften wir am Vorabend bei der Agentur Amazon Bravo Xpedition.

Wir sollten pünktlich 5 Uhr morgens am Hafen sein, also klingelte der Wecker bereits 4Uhr und 4: 45 Uhr saßen wir im Mototaxi zum Hafen …

An diesem Hafen fährt neben Flipper, unserer Bootsgesellschaft, auch Golfinio ab. Es sind die einzigen beiden Anbieter und unterscheiden sich kaum. Sie fahren beide zur gleichen Zeit ab, kommen zur gleichen Zeit an und bieten wohl auch den gleichen Service. Über deren Preis können wir leider nichts sagen.

Bei unserer Ankunft an Hafen standen bereits ein paar Personen da und man musste sich bei der jeweiligen Gesellschaften anmelden. Kurz nach 5 Uhr öffneten sich die Tore und es ging zur Gepäck- & Passkontrolle. Alle Gepäckstücke wurden untersucht außer unsere, entweder waren unsere Rucksäcke zur groß oder wir haben einen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht. Weiter zum Boot und dort hieß es warten. Das Boot sollte pünktlich um 6 Uhr abfahren, so hieß es, los ging es aber erst gegen halb sieben.

Bootsfahrt von Iquitos zur Grenze nach Santa Rosa

Die Fahrt war angenehm, wir lasen, schliefen und bekamen Frühstück und Mittag ( Geschmackssache).
Nach ca 9h sind wir in Santa Rosa angekommen und schon gleich warteten viele Bootsfahrer, die unsere Rucksäcke entgegennehmen wollten. Da musste wir ganz schön aufpassen, dass sie nicht auf einem Boot landeten. Uns wurde die Überfahrt für 10 Soles angeboten, so wie es überall beschrieben war. Was wir nicht wussten, dass wir auch noch ein Mototaxi brauchten um zur Immigration für den Ausreisestempel zu fahren. Wir hatten nur etwas mehr als 20 Soles, aber zum Glück hatten wir uns schon mit 3 Brasilianern zusammengeschlossen, die für uns Boot und Taxi gleich mit verhandelten und das Geld reichte aus.

Blick vom Mototaxi auf den Hafen von Santa Rosa

Angekommen in Tabatinga mussten wir uns beeilen, da die Polizei zur Registrierung nur bis 18 Uhr geöffnet hätte und es aufgrund der Zeitverschiebung schon 1h später war.

Leider wussten wir nicht, wo wir Bank, Polizei und Boot nach Manaus finden können und so versuchten wir mit Händen und Füßen zu fragen, da wir kein Portugiesch sprechen und die Menschen kaum Englisch oder Spanisch.

Gegen 17.45 Uhr hatten wir Geld in der Hand und eilten weiter zur Polizei, die wir 18. 15 Uhr erreichten und zum Glück noch geöffnet war. Stempel haben wir direkt erhalten -ein Hoch auf den deutschen Pass.

Jetzt mussten wir nur noch Tickets für ein Boot bekommen. Den Hafen für die großen Schiffe zu finden war nicht ganz einfach und als wir es endlich geschafft hatten, bekamen wir die Auskunft, dass 17 Uhr geschlossen wurde. Der Herr am Hafen sprach spanisch und sagte uns noch, dass am nächsten Tag nur 15 Uhr ein Boot nach Manaus abfährt. Okay, dann musste der Ticketkauf wohl warten.

Kartenausschnitt von Tabatinga

Nachdem wir mehrere Kilometer mit unseren mittlerweile 20kg Rucksäcken gelaufen sind wollten wir sie nur noch ablegen. In der Nähe des Hafens gab es ein schönes Hotel und wir buchten.

Tipp: Nehmt gleich ein Mototaxi am Hafen, da in der Stadt keine zu finden sind. Zumindest ging es uns so und uns blieb nichts anderes übrig als mit Rucksäcken bei der Hitze weiter zulaufen.

Am Abend gingen wir nur noch Burger an einem Straßenstand essen und suchten einen Supermarkt für den Folgetag, damit wir uns für die Fahrt eindecken konnten.

Burger-Straßenstand mit Telefonanschluss ;o) in Tabatinga

Am nächsten Tag standen wir früh auf, da wir auf jeden Fall noch am gleichen Tag mit dem Schiff nach Manaus abfahren wollten und um kurz nach 7 Uhr hielten wir die Tickets in der Hand. Der Preis war der höchste für diese Fahrt lt. Liste, also musste es sich um ein besseres Schiff handeln. Eine Auswahl hatten wir eh nicht, da nur dieses Schiff heute abfuhr. Im Preis enthalten waren 60 Real für Essen. Wir entschieden trotzdem noch etwas zu kaufen, da man ja nie sicher sein kann. Zwei Stunden vor Abfahrt muss man an Hafen sein und so liefen wir eingedeckt mit ein paar Getränken und etwas zum Essen um 12.30Uhr hin.

Es waren schon einige Menschen anwesend, nur Brasilianer, man musste sein Gepäck auf eine gelbe Linie stellen und bekam ein Armband. Die Farbe richtete sich nach dem Ort des Ausstieges und wir bekamen ein oranges Armband.

Bevor wir einsteigen durften gab es noch eine Polizeikontrolle inkl. Spürhund und dann durften wir auf das Schiff.

Polizeikontrolle vor der Abfahrt nach Manaus

Wir gingen auf das Deck 1 und blieben nicht unten, was unser Glück war. Die Engländer unten erzählten uns nach der ersten Nacht, dass das Licht die ganze Nacht an blieb und sie mehrmals aufstehen mussten, da ausgeladen wurde.
Gut, dass wir etwas früher da waren und mit den zweiten Schwung auf das Schiff durften. So konnten wir uns gute Plätze sichern und mussten uns nirgends dazwischen quetschen.

Hängematten auf dem Schiff nach Manaus

Erst gegen 17 Uhr verließen wir Tabatinga und hielten in den nächsten 2h mehrmals und das Deck wurde richtig voll. Uns begrüßte noch ein Mitarbeiter in Englisch und bot uns seine Hilfe an, sollten wir etwas benötigen. Super nett! Insgesamt machte das Schiff eine ordentlichen & sauberen Eindruck. Wir hatten wirklich anderes erwartet. Es gab drei Mahlzeiten am Tag in Form eines kleinen Buffet, geputzt wurde regelmäßig und Toilette + Dusche war ordentlich.

Das Essen war wirklich okay und wer keine Schüsseln oder Teller dabei hatte, konnte in einem kleinen Raum essen. Hier musste man zwar meist anstehen, war aber auch eine gute Möglichkeit mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich gab es zum Essen Saft, sonst war aber immer sauberes, kühles Wasser,Tee und Kaffee verfügbar.

Dann schauen wir mal, ob wir in der Hängematten schlafen können?! Die Nächte waren tatsächlich gut, es wehte immer in frischer Wind und das Motorengeräusch übertönte jegliches Schnarchen. Gut waren unsere Schlafsäcke, da es nachts doch sehr frisch werde.

Die meiste Zeit verbrachten wir mit Lesen oder bei Unterhaltungen mit Mitreisenden. Es waren nicht viele Touristen auf dem Boot, aber auch die Einheimischen suchten das Gespräch und waren extrem freundlich. Leider kann mit ihnen kann ein längeres Gespräch zustande, da wir kein Portugiesch und sie kein Englisch sprechen. Das bedauerten wir wirklich sehr, obwohl sie immer bemüht waren sich mit Händen und Füßen verständlich zu machen. Touristen von außerhalb Südamerikas waren es noch 5 weitere. Da hatten wir mit deutlich mehr gerechnet.

Trotz der Sprachbarriere haben wir viel miteinander gelacht.

Schifffahrt von Tabatinga nach Manaus

Am Abend traf man sich auf dem oberen Deck, dort lief Musik, es gab eine kleine Bar und mit brasilianischem Bier und dort haben wir den Sonnenuntergang genossen.

Fahrt nach Manaus – Sonnenuntergang

Ursprünglich sollten wir drei Tage nach Abfahrt um 10 Uhr in Manaus ankommen. An Tag zwei hieß es bereits 16 Uhr und am dritten Tag wurde es 18 Uhr und später 22 Uhr. 

Der Hafen von Manaus bei unserer Ankunft

Tatsächlich waren wir kurz vor 22 Uhr in Manaus und wir wurden angehalten, das Schiff nicht zu verlassen um ein Hostel zu suchen. Also entschieden wir noch eine Nacht in der uns liebgewonnenen Hängematte zu übernachten. Mit uns blieben noch 6 weitere Touristen (Venezuela, Chile, Brasilien, Uruguay, Mexiko, USA) und wir hängten die Hängematten zusammen für einen gemütlichen Abend. Da es alles Männer waren taten sie sich zusammen und gingen auf die Suche nach einem Supermarkt. Wir blieben an Board und bewachten das Gepäck. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrten sie mit Cola, Cachaça und Bier zurück und der Abend wurde unterhaltsam.

Der verbliebene Rest für die letzte Nacht auf dem Schiff im Hafen von Manaus

Nach der wirklich letzten, tatsächlich guten Nacht packten wir kurz nach 7 Uhr unsere Sachen und verabschiedeten uns herzlich.
Die Schifffahrt verging wie im Flug und war deutlich angenehmer als wir dachten. Dadurch, dass alles offen wir hatten man trotz der vielen Hängematten kein beengtes Gefühl und man konnte sich in seiner Hängematte immer zurückziehen. Wir haben die Zeit sehr genossen und können diese Art zu reisen nur jedem empfehlen! Wenn ihr hier seid, nehmt euch die drei Tage Zeit.

Jetzt hieß es ein Hotel finden, Flüge buchen und die nächsten Tage Manaus erkunden.

Wir wählten für die erste Nacht ein Hotel in der Nähe des Hafens und dank WLAN war auch der Flug nach Salvador schnell gebucht. Uns blieben drei Tage in Manaus.

Nachdem alles erledigt war zogen wir los. Manaus ist unserer Meinung nach keine Schöne Stadt und hat wenig zu bieten.

Collage Manaus

Wir versuchten es noch mit dem Parque do Mindu, wo es Orichideen und kleine Affen, die nur in Manaus leben, geben soll. Leider hat sich die Busfahrt und der Spaziergang bei Regen nicht gelohnt. Der Park ist sehr dreckig und außer uns gab es keine anderen Besucher. Affen haben wir auch nicht gesehen.

An unserem letzten Tag durfte ich mein Geburtstagsgeschenk einlösen, schwimmen mit rosa Delfinen. Es ging raus aus Manaus mit einer Tagestour, die nicht nur die Delfine zu bieten hatte. Wir waren nur zu dritt + Guide (Milton) und seine Tochter. Zuerst sind wir zu einem Dorf der Ureinwohner gefahren. Eigentlich mag ich diese gestellten Tänze etc nicht. Der „Häuptling“ hat uns jedoch sehr viel über die Traditionen und das Leben des Stammes erzählt und es war keine Show sondern sehr interessant. Wir durften uns auch am Blasrohr versuchen und es war gar nicht schlecht fürs erste Mal.

Dorf im Amazonas

Danach ging es zu den Delfinen. Anfangs mussten wir Sicherheitswesten tragen, die wir später ablegen durften. Die Delfine wurden mit Fischen gefüttert, Leben jedoch völlig frei im Fluß. Wir durften sie anfassen und sie sind viel weicher als erwartet und es war einfach nur toll. Später sind wir auch noch raus geschwommen, aber ohne Bestechung halten sie immer einen gewissen Abstand. 

Rosa Delfine

Danach ging es weiter zum Mittagessen und auch das übertraf unsere Erwartungen.  Es gab Buffet und wir konnten die Amazonas Küche durchtesten.Nach dem Essen standen weitere Programmpunkte auf dem Plan und wir sahen noch einige Tiere des Amazonas. Wir konnten dieses Mal sogar ein Faultier auf dem Arm halten und haben uns total verliebt.

Faultier – Affen – Kaiman – Anakonda – Paiche

Zum Abschluss sahen wir noch das Treffen der Flüsse, wo schwarzes und braunes Wasser zusammentreffen und noch einen ganze Weile nebeneinanderher fließen.

Das war ein gelungener Abschluss unseres Amazonasaufenthaltes!

Heute Nacht fliegen wir weiter nach Salvador, an die Küste Brasiliens, und verbringen unsere letzten Tage am Strand bis wir von Rio die Heimreise antreten.


Kosten:

Schnellboot Iquitos – Santa Rosa: 200 Soles = 55€
Überfahrt Santa Rosa – Tabatinga: 5 Soles = 1,40€
Mototaxi Santa Rosa Hafen zur Immigration: 5 Soles = 1,40€
Langsames Boot von Tabatinga nach Manaus: 140-200 Real = 39€ – 55€

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