Natur pur in und um den Durmitor Nationalpark

Der 1952 gegründete Durmitor Nationalpark ist ein beeindruckendes Bergmassiv und heute UNESCO-Welterbe. Hier reiht sich ein 2000er an den anderen und bietet unglaubliche Ausblicke. Insgesamt sind es fast 50 Gipfel, die diese Grenze überschreiten und wir wollten einen Teil erkunden.

Der höchste Gipfel ist der Bobotov Kuk mit 2.522 Meter, unser Ziel.

Neben den unzähligen Gipfeln hat der Nationalpark jede Menge Gletscherseen zu bieten. Der bekannteste ist der Crno Jezero, der Schwarze See, der gerade am Morgen eine glatte Oberfläche hat, in der sich das Massiv atemberaubend spiegelt.

Ausgangspunkt für die meisten Wanderungen im Nationalpark ist Zabljak, von wo auch wir zur Wanderung aufgebrochen sind.

Zabljak ist ein kleiner Ort und Ausgangspunkt für Wanderungen im Durmitor. Hier ist für jeden etwas dabei, ob geübter Wanderer oder lauffreudige Familie. Die Anreise nach Zabljak kann mit dem Bus von Podgorica, Mojkovac, Nicksic und Pljevlja erfolgen oder ihr reist wie wir mit dem Auto an. Die Straßen sind gut ausgebaut, man benötigt jedoch Zeit für die Fahrten über die Serpentinen. Denkt dran frühzeitig zu tanken, da die Berge Spritfresser sind.

Zabljak selbst bietet jede Menge Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Unterkünfte.

Von Zabljak starten viele ausgeschilderte Wander- und Radwege in den Durmitor Nationalpark. 

Außer bei den leichten Wanderwegen sind grundsätzlich gute Wanderschuhe wichtig. Wir waren im Juni im Gebirge und sind teilweise noch auf Schnee und Eis gelaufen. Ich kann euch sagen, dass das definitiv kein Spaß ist, da man sehr schnell wegrutscht und u.U. sehr tief rutschen kann.

Wir haben andere Wanderer getroffen, die eine Mehrtagestour machen wollten, aber nach zwei Tagen verletzt den Abstieg antraten. Sie sind auf dem Eis gerutscht und haben sich eine Platzwunde am Kopf + zugeschwollenes Auge zugezogen.

Zusätzlich solltet ihr wärmere Kleidung/Jacke und ausreichend Wasser + Snacks mitnehmen, da das Wetter schnell drehen kann und der Aufstieg wirklich anstrengend ist. 

Gerade aus diesem Grund ist es gut, wenn man sich vorab über die Wetterbedingungen am Eingang informiert. Aufgrund des Eises und Schnees wurde uns vom Bobotov Kuk abgeraten und wir entschieden die Route zu ändern.

Die Wanderungen in das Massiv bieten viel Abwechslung, da es zunächst durch den Nadelwald geht, vorbei an Bächen und Lichtungen bevor man die steinigen Wanderwege erreicht, an denen viele verschiedene bunte Blumen und Steinpflanzen den Wegesrand säumen.

Zwischen den Bergen finden sich immer wieder Bergseen und je höher man kommt, desto weißer wird es. 

Angekommen an der Eishöhle, die wir vorher nicht kannten, sind wir anderen Wandern hinterher gestiegen, da wir dachten, dass es sich hierbei um den Weg handelt. Das passiert, wenn man nur halbe Gespräche mitbekommt und die falschen Fragen stellt. 

Nachdem wir fast unten angekommen waren, stellte sich heraus, das wir wieder hoch müssen, da es nur die Eishöhle ist. Beeindruckend war es trotzdem.

Die Kennzeichnung der Wanderwege war gut und man kommt auch ohne Wanderkarte zurecht. Nur an der Eishöhle mussten wir mehrmals von verschiedenen Wegen wieder zurück, bis wir die richtige Route gefunden hatten. Erstaunt waren wir, dass unsere Karten App MAPS.ME viele der Wanderwege kennt und wir uns im Notfall darauf verlassen konnten.

Die Zeitangaben des Parkes sind eine gute Orientierung und haben für uns gepasst.

Starten sollte man früh am Morgen, zum einen bekommt man einen ruhigen See, mit tollem Licht und kaum Menschen zu sehen und die meisten Wanderungen in die Berge nehmen einige Zeit in Anspruch.

Am Nachmittag kommen die meisten Reisebusse am Schwarzen See an und die Ruhe ist vorbei. Die meisten laufen jedoch nur die 2 km um den See und nicht in die Berge. 

Ich komme schon wieder ins Schwärmen: traumhafter Ausblick auf den schwarzen See mit dem Durmitor Massiv im Hintergrund

Start der Wanderrouten ist der Schwarze See.

Alle Angaben zu den Wanderrouten sind die einfache Wegstrecke und der Rückweg muss hinzugerechnet werden.

Ausnahme ist der Rundweg um den See mit 3,6 km und ca 1,5h.

LEICHT

auch für unerfahrene Wanderer und Familien geeignet

Zminje Jezero (See)

1520 m

5,7 km

2 Stunden

Staza Mlinskipotok (Bachlauf)

2,0 km

0,5 Stunden

Mjesto za piknik (Picknickplatz)

1,0 km

0,25 Stunden

Poscensko Jezero (See)

1478 m

8,5 km

3,5 Stunden

Ski Center Savin Kuk (zum Skilift)

4 km

1,5 Stunden

MITTEL

Wandererfahrung, -ausrüstung und Kondition sind erforderlich

Planinica (Berg) via Alisnica (Tal)

2330m

11,8 km

5 Stunden

Bobotov Kuk via Lokvice (See)

2523m

10,8 km

5,5 Stunden

Ledena pecina (Eishöhle)

2178m

6,5 km

3 Stunden

Jablan Jezero (See)

1791m

6,9 km

2,5 Stunden

Katun Lokvice (See)

1693m

5,0 km

1,75 Stunden

Sedlo Prevoj (Pass)

1907m

14 km

5,5 Stunden

Savin Kuk (Berg)

2313m

7,2 km

3,5 Stunden

Velika kalica (unterhalb Bobotov Kuk)

2100m

6,2 km

3 Stunden

SCHWER

sehr gute Wandererfahrung, -ausrüstung und Kondition sind erforderlich, teilweise Klettererfahrung

Skrcka Jezera (See) via Suvi Klek (Berg)

14,6 km

7,5 Stunden

Cvorov bogaz (Berg)

2152m

5,4 km

3 Stunden

Crvena greda (Berg)

2175m

8,5 km

4,5 Stunden

Sljeme (Berg)

2455m

8,3 km

4,5 Stunden

Veliki Meded (Berg)

2287m

6,6 km

4 Stunden

Terzin Bogaz (Berg)

2303m

7,4 km

4,5 Stunden

Wir können nur schwärmen und die Anstrengungen lohnen auf jeden Fall.

Damit ihr auch wirklich Lust auf das Wandern im Durmitor bekommt Bilder unserer Wanderung in diesem ‚Naturtraum‘.

Durmitor Nationalpark
Pause auf der Wanderung Richtung Bobotov Kuk
  • Eintrittspreis: 3 Euro p.P.
  • Parkkosten: 2 Euro, falls man direkt vor dem Eingang parken möchte
  • Wanderkarte: 5 Euro

Tara Schlucht mit Aktion und Ausblick

Über 78 Kilometer länge erstreckt sich die Tara-Schlucht mit einer Tiefe von über 1300 Metern. Damit ist die Tara-Schlucht die längste und tiefste Schlucht Europas.

Faszinierend ist das glassklare Wasser, das bei Sonnenlicht unglaublich türkis leuchtet.

Auch in der Schlucht gibt es einige ausgeschilderte Wanderwege, die wir aufgrund des Regens in Teilstücken gelaufen sind.

Neben dem Wandern, sind auch  Radtouren sehr gut möglich. Zusätzlich bietet der Canyon weitere Aktivitäten wie Zipline, Rafting und Canyoning.

Tara Canyon in Montenegro
  • Zipline: 20 Euro
  • Canyoning: 100 Euro
  • Rafting: 25 Euro
  • Jeeptour: 100 Euro pro Auto

Pluzine – abgelegen aber entspannt

Pluzine ist eine Kleinstadt in der Nähe der bosnischen Grenze. Sie liegt in der Nähe des Piva-Stausees (Bild unten Mitte) und ist ebenso Ausgangspunkt für Wanderungen oder für viele Aktivitäten in der Natur.

Beeindruckend fand ich die Anreise, da sie tolle Ausblicke über den See und den Fluss bietet und führt (fast) am Piva Kloster vorbei.

Die Weiterfahrt nach Sarajevo, führte mich am Piva Stausee entlang durch eine Vielzahl alter Tunnel (Bild unten rechts). Hier lohnt es sich ab und zu anzuhalten und den spektakulären Ausblick auf den türkisfarbenen See zu genießen. 

Blick auf den Piva Stausee in Montenegro
Piva Stausau bei Pluzine in Montenegro
Tunnel am Piva Stausee in Montenegro
Ausblick aus dem Restaurant des Zvono Pluzine
Abendessen im Zvono Pluzine
  • Zipline: 20 Euro
  • Canyoning: 100 Euro
  • Rafting: 25 Euro
  • Jeep- und Fotosafari: 50-60 Euro pro Person
  • Fahrrad 1h: 3 Euro
  • Fahrrad 1 Tag: 12 Euro
  • Kanu 1h: 15 Euro
  • Kanu 1 Tag: 50 Euro

Fazit zum Durmitor Nationalpark

Definitiv eines unsere Highlights in Montenegro und wir wären gerne noch länger geblieben (haben bereits verlängert), was unser Zeitplan nicht zugelassen hatte.

Hier findet ihr unberührte, beeindruckende Natur und in den Bergen begegnen euch nur wenige Touristen

Die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig und wir konnten uns kaum entscheiden, zwischen den vielen schönen, gemütlichen Holzhütten.

Also ab nach Montenegro und Wanderschuhe nicht vergessen!

 

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