Monteverde

Auf geht`s in die Nebelwälder von Monteverde.

Nach einer kurzen Pannenhilfe des Besitzers der Bungalowanlage konnte es dann endlich losgehen.

Monteverde wir kommen – vorbei an den vielen Spa´s und Wellnesseinrichtungen bis zu der Stelle der natürlichen heißen Quellen. Dort war direkt neben der Straße ein Faultier und wir mussten natürlich anhalten. Diese Tiere sind einfach total niedlich und wir konnten sie locker eine halbe Stunde nur beobachten.

Faultier an den heißen Quellen
Faultiere – daran kann man sich nie satt sehen

Als wir dann weiterfahren wollten, streikte unser Wagen ein zweites Mal. Nichts ging mehr und wir standen etwas ungeschickt mit dem Heck auf der Straße. Also erneut den Pannendienst kontaktieren. Da ich hier null Empfang hatte, trabte ich also zum Spa um zum Telefonieren. Die Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und auch eine zweiter Anruf war kein Problem.

Nach 2h warten (genug Zeit das Faultier weiter zu bestaunen) kam dann der Pannendienst aus Arenal. Er brachte den Wagen wieder in Gang, wir mußten ihm allerdings zu seiner Werkstatt folgen, damit er alles durchchecken konnte. Wir machten noch Witze, dass es bestimmt die Werkstatt gegenüber unserer letzten Unterkunft wäre. Natürlich war sie es und nach ca 3 h waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen. Ob wir es so noch nach Monteverde schaffen? Nach weiteren 30 min warten und einem Einkauf war alles erledigt. Es hatte wohl nur etwas mit dem Kabel zur Batterie zu tun. Nicht dramatisch und er ließ uns ohne Bedenken weiterfahren.

Als nochmal die schöne Strecke um den Arenal Vulkan, diesmal ohne anhalten. Da die Zeit nun etwas knapper wurde, hatten wir uns eine Abkürzung von einem Cafebesitzer erklären lassen, denn es gibt 2 Möglichkeiten von Arenal nach Monteverde:

  1. Komplette Umrundung des Arenal See: 250 km und ein ganzer Tag Fahrt
  2. Abkürzung nur mit 4WD: 100km Fahrt 4h mit Flussdurchquerung

Was für eine Frage, wir wollten Zeit sparen und wir hatten einen 4WD und wir wollten etwas Abenteuerurlaub, also entschieden wir uns für Möglichkeit 2.

Unser Navi führte uns durch das Städtchen El Castillo und weiter auf eine holprige Piste, die im Nirgendwo auf einem Privatweg endete. Also wenden und die halbe Strecke zurück. Die Abzweigung lag direkt an einem etwa 100m breitem Fluss, dem Cano Negro in der Nähe des Rancho Margot. Ein Touristenbus steckte in dessen Mitte fest. Wir wollten helfen und begaben uns mit hochgekrempelten Hosen in den Fluss. Doch da war nichts zu machen. Ein weiteres Auto mit Seilwinde konnte den Bus rausziehen.

Jetzt waren wir uns doch nicht mehr so sicher, ob wir den Fluss durchqueren sollten. Nach unserer Inspektion des Flusses und Festlegung der Durchquerungsroute, war sich Sonja ihrer Sache sicher und tatsächlich durchquerten wir den Fluss ohne Probleme. Angekommen auf der anderen Seite waren wir alle sichtlich erleichtert. Bis hierhin dauerte unsere Fahrt bereits ca. 1,5h (30 km).

Auf der weiteren Fahrt folgten noch eine paar kleine Flussbette, die wir ohne Probleme meisterten und man hatte einen tollen Blicke auf den Arenal Vulkan mit dem davor liegenden See. Entlang des Rio Chiquito fuhren wir dann vom See weg Richtung Südwesten. Über die staubigen Steinpisten ging es nur langsam voran und so brauchten wir für 46 km weitere 2h bis wir endlich in Monteverde ankamen.

Monteverde liegt 172 km nordwestlich von San José in der Cordillera de Tilarán, auf der Kontinentalscheide Costa Ricas auf einer Höhe zwischen 1400 und 1700 m. Die dadurch entstehenden klimatischen und geologischen Bedingungen sind Grundlage für die große  Artenvielfalt und einzigartige Vegetation. Monteverde heißt „grüner Berg“ und diesem Namen macht das private 10.000 Hektar große Nebelwaldreservat Monteverde alle Ehre. Der Wald in dieser Region zählt zu den ursprünglichsten des Landes und wegen der hohen jährlichen Niederschlagsmenge und der hohen Luftfeuchtigkeit weist er eine faszinierende und dichte tropische Flora und Fauna auf. Die Atmosphäre von bemoosten Bäume, Lianen und dichten, feuchten Grün ist einzigartig und versetzt jeden Besucher irgendwie in die Urzeit zurück.

Diese Region gehört zu den bekanntesten Naturschutzgebieten der Tropen dieser Welt. Es konnten bisher 400 verschiedene Vogelarten, 490 Schmetterlingsarten und 100 verschiedene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Säugetierarten identifiziert werden.

War es früher nur das Reservat Monteverde, so hat die gesamte Region mittlerweile deutlich mehr für seine Besucher zu bieten, wobei jedoch auch viele gleiche Attraktionen um die Gunst der Touristen buhlen. Man findet Schmetterlings-, Kolibri- und Orchideengärten, Schlangenmuseen (Serpentario), Froschterrarien (Ranario), Insektenausstellungen, Pferdetouren, Besuche der Käsefabrik, usw. Um auch die nachtaktiven Tiere beobachten zu können, werden von verschiedenen Veranstaltern Nachttouren in den umiegenden Nebelwald angeboten. Nicht zu vergessen sind da natürlich auch Sky-Walks (System aus Hängebrücken) und Sky-Treks bzw. Canopy-Touren (am Drahtseil durch die Baumwipfel rauschen). Während man beim Sky-Walk ja noch in Ruhe die Natur und evtl. auch einige Tiere im Kronendach des Waldes genießen kann, so steht beim Sky-Trek allein der Adrenalin-Kick im Vordergrund. Beinahe alle Attraktion vereint findet man im Selvatura Park an der Straße zum Nebelwaldreservat Santa Elena. Die Eintrittspreise zu all diesen touristischen Unternehmungen sind jedoch meistens unverschämt hoch.

Unsere Touren haben wir direkt im Hostel gebucht. Die Preise haben sich im Vergleich zu anderen Anbietern nicht großartig unterschieden. Wir konnten einen kleinen Rabatt rausschlagen, da wir zu viert waren und vier Touren buchten.

Touren:

Aventura Zipline Park:  Das wollten wir auf jeden Fall machen. Es war super, 12 Ziplines, davon die längste Costa Ricas mit 1,5km Länge und 2 Superman Cables, bei denen man in Bauchlage die Welt unter einem vorbeirauschen sieht. Der krönende Abschluss war für uns der Tarzan Swing in 20m Höhe. Adrenalin pur!!!

Don Juan Coffee and Chocolate Tour mit Junior: Eine tolle Tour, die uns viel über den Anbau, die Ernte und die Qualität von Kaffee, Kakao und Zuckerohr gelehrt hat. Junior ist ein witziger Guide und er ist so begeistert von seinem Beruf und den Produkten, dass es einfach nur Spaß gemacht hat ihm zuzuhören. Zwischendurch gab es eine Kakao Kostprobe und am Ende der Tour durften wir drei unterschiedliche Kaffees testen.

Selvatura Hängebrücken und Kolibri Garten: Über eine Länge von 3km kann man über Hängebrücken durch die Baumwipfel des Nebelwaldes wandern. Es ist verdammt schwer Tiere zu erkennen, dafür lohnt sich natürlich ein zusätzlicher Guide. Wir sind gemütlich gelaufen mit vielen Pausen und waren ungefähr 2h unterwegs. Direkt am Eingang befindet sich der Kolibri Garten. Es schwirrt und flattert an allen Ecken in vielen bunten Farben.

Kinkajous Night Walk: Wir wurden gegen halb 6 am Hostel abgeholt. Vorort bekam jeder noch eine Stirnlampe und dann ging es zu Fuß in ein Waldgebiet. Es waren allerdings gefühlt 10 Gruppen gleichzeitig unterwegs. Es ist viel zu laut und wäre ich ein Tier würde ich mich ziemlich schnell aus dem Staub machen. Wir konnten einen schlafenden Tukan, eine Tarantel, ein Opossum, einen Skorpion und ein paar Frösche sehen. Sehr weit oben konnten wir auch ein Faultier mit einem Jungtier sehen. Die Tour hat ca 2 Stunden gedauert und es hat uns nur mäßig überzeugt.

Nebelwaldreservat Monteverde

Das 1972 gegründete private Nebelwaldreservat Monteverde ist täglich von 7-16 Uhr geöffnet und ein Besuch kostet 15 USD Eintritt. Vor allem während der Hauptsaison (Dez.-April) sollte man möglichst früh vor Ort sein, denn die Besucherzahl im Monteverde ist auf 120 Besucher gleichzeitig begrenzt. Wer seine Tour durch den Nebelwald lieber mit einem Guide durchführen möchte, der wird diesbezüglich direkt am Eingang fündig. Im westlichen Teil des Parks sind mehrere gut ausgebaute Wanderwege angelegt (eine Karte erhält man an der Kasse) und die 6km „große“ Runde dauert ca. 5 Stunden. Es sind aber auch problemlos mehrtägige Touren in den tieferliegenden Teil möglich, wobei in Schutzhütten übernachtet werden kann (an Schlafsack und Verpflegung denken!). Nähere Infos dazu gibt es am Parkeingang bzw. bei den örtlichen Veranstaltern. Das Reservat liegt übrigens genau auf der kontinentalen Wasserscheide, was natürlich auch drastische Klimaumschwünge innerhalb kurzer Zeit zur Folge haben kann.

Monteverde ist mittlerweile sehr auf die Touristen eingestellt und in der Stadt wimmelt es nur so von Backpackern. Hier gibt es kleine Cafes, Burgerbuden, große Restaurants, viele Souveniregeschäfte und jede Menge Hostels.

Wir entschieden nicht direkt im Zentrum zu nächtigen. Unser tolles Hostel Camino Verde B&B lag etwas abseits, aber dafür hatte es eine tolle Terasse mit atemberaubenden Blick. Zudem war es sehr kreativ eingerichtet und extrem sauber. Direkt nebenan gab es eine kleine nette Soda namens La Amistad, wo es sehr leckeres landestypisches Essen gab. So gefällt uns das dann doch etwas besser.

Unter Fazit: Monteverde bietet einiges und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Man sollte jedoch etwas Zeit mitbringen und auf eigene Faust den Regenwald erkunden.