Dschungeltour am und auf dem Kinabatang

Entschieden hatten wir uns für Uncle Tan & das war das passende für uns. Einfache Bungalows im Dschungel direkt am Fluß. Im Vergleich zu vielen anderen Anbietern nur halb so teuer und mit doppelt so vielen Bootstouren und Dschungeltrekkings (495 MYR = 110 €). 

Nachdem wir in Sandakan gelandet waren, ging es mit dem Taxi direkt nach Sepilok zu Uncle Tan’s OPS Base und B&B. Zum Mittag gab es ein leckeres Buffet und dann haben wir unsere kleinen Rucksäcke mit alle notwendigen Dingen gepackt. Ein kurzes Briefing von einem Mitarbeiter erklärte uns unseren weiteren Tagesablauf. Unsere Gruppe bestand nur aus 3 Personen, wir zwei und eine Holländern namens Sanne. Gut für uns, da wir so vielleicht die Chance auf eine zweite Bootsfahrt am Morgen hatten.

Ein Fahrer brachte uns in 1,5h nach Kota Kinabatangan mit einem kurzen Zwischenstopp am Supermarkt um noch das dringend benötigte Mückenspray zu kaufen, denn unseres hatten sie uns leider bei der Kontrolle in Kudat am Flughafen abgenommen. Weiter ging es dann 1h im Boot den Kinabatang flußaufwärts, wobei wir schon ein paar Hornbills und Nasenaffen am Flussufer sehen konnten.

Nasenaffen am Kinabatang

Das Camp liegt mitten im Dschungel und ist ein unberührtes Stückchen Erde. Dies möchten die Besitzer versuchen zu erhalten, denn die Gebiete, die der lokalen Bevölkerung gehören wandeln sich mehr und mehr zu Palmöl Plantagen und verkleinern den Lebensraum der dort ansässigen und auch teils bedrohten Tierwelt.

Wir bekamen einen kurzen Überblick über unseren Aufenthalt und durften dann unsere Holzhütte im Wald beziehen. Ganz einfache Matratzen mit Moskitonetzen, nach vorne hin offen und mit zwei Fledermäusen als Mitbewohnern. Es gibt Boxen vor der Hütte um alles Essbare darin zu verstauen da sonst Ratten angelockt werden könnten. 

Uncle Tan Camp am Kinabatang

Nach dem Abendessen fuhren wir mit dem Boot auf einen kleinen Nebenarm des Kinabatangan für unsere erste Tierbeobachtung bei Nacht. Unser Guide Ramsa hatte super gute Augen und entdeckte für uns Nasenaffen, Eulen, eine Leopardenkatze, Kingfisher und schlafende Affen. Etwas mulmig ist einem bei Dunkelheit im Dschungel schon zumute und auch an die nächtlichen Geräusche muss man sich erst gewöhnen. 

Der nächste Morgen begann früh um halb 6 mit einem kurzen Weckruf. Die Morgenausfahrt verspricht die meisten Tiere und wir verbrachten 2h auf dem Fluss mit dem Ziel einen Orang Utan zu entdecken. 

Doch leider blieben er verborgen. Beim Dschungeltrekkings sind wir zu Fuß durch den Dschungel und haben nach Insekten und Vögeln Ausschau gehalten. 

Entdeckungen bei der Fusssafari

Die Moskitos dort waren ziemlich hungrig und wir waren froh über unsere langen Klamotten obwohl es nicht alle abgewehrt hat. Gefühlt hat das Moskito Spray nicht wirklich was gebracht, denn wir wurden trotzdem die ganze Zeit gestochen.

Den Mittag verbrachten wir mit lesen und schlafen in Hängematten. Die Tiere sind zu dieser Tageszeit schwer zu finden, da sie sich verstecken und der Hitze entfliehen. Das Camp bietet für diese Zeit auch sportliche Abwechslung, wie z.B. Fußball oder Ferderball. 

Entdeckte Vögel am Kinabatang

Auch bei einer weiteren Bootstour und beim Nachtspaziergang zeigten sich uns keine Orang Utans. Dafür gab es Schmetterlinge die ihre Farbe wechseln, je nachdem, von wo man sie anstrahlt, wie bei einem Hologramm. Und Ameisen so groß wie ein 5 Mark Stück.

Entdeckungen bei den Nachtsafaris

Das Team spielte noch ein paar malaysische Songs mit der Gitarre und es gab eine Runde Reiswein für alle. Die Jungs haben echt Spaß an ihrem Job und das merkt man.

Da unsere Gruppe so klein war konnten wir eine zweite Morgensafari auf dem Fluß machen. 

Sonnenaufgang & Bootsfahrt auf dem Kinabatang

Diesmal ging es den Kinabatangan flußabwärts zu einem Gebiet, wo 3000 Orang Utans leben sollen. Da wird sich doch wenigstens einer blicken lassen. Wir gaben die Hoffnung nicht auf. Deshalb waren wir ja hauptsächlich hier. Dann hatte Ramsa unser Guide wirklich einen entdeckt, nur leider war er zu flink für unsere Augen und blitzschnell verschwunden. Sehr schade.

Nach dem Frühstück hieß es dann Sachen packen und gegen 10 ging es im Boot zurück. Doch wenn einer Glück hat, dann sind das wohl wir. Denn an derselben Stelle wie vorher, tauchte der gleiche Orang Utan auf, und diesmal hatten wir ein paar Minuten Zeit ihn zu beobachten bevor er sich aus dem Staub machte. 

Orang Utan am Kinabatang

Wir waren total happy und konnten unser Glück gar nicht fassen. Ein echter Orang Utan in Freiheit. Damit haben wir alle Menschenaffen in ihrem natürlichen Umfeld in Freiheit gesehen und wer weiß, wie lange dies noch möglich ist…