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Über den Amazonas von Iquitos nach Manaus

Von Cusco sind wir über Lima und Tarapoto nach Iquitos geflogen. Direkt bei unserer Ankunft kam es uns vor als wären wir in einem anderen Land, definitiv nicht Peru. Hier fuhren unendlich viele Mototaxis, es war dreckig und natürlich das Klima ein ganz anderes. Wir fühlten uns etwas zurück in Asien.

Da Iquitos selbst nicht viel zu bieten hat, wollten wir nur wenig Zeit in der Stadt verbringen. Insgesamt hatten wir nur einen vollen Tag und den Ankunfts-& Abfahrtstag. Diese Zeit nutzten wir für einen Spaziergang durch die Stadt und natürlich unsere Tour und die Weiterreise an organisieren.

Die Stadt ist sehr lebhaft hat die beste Zeit aber definitiv hinter sich.

Collage Iquitos

Um von Iquitos bis nach Manaus zu kommen mussten wir zunächst zur Grenze.

Für diesen ersten Teil der Strecke entschieden wir uns für das Schnellboot, dass in ca 10 h im Dreiländereck Kolumbien, Brasilien, Peru ankommen sollte.

Unsere Tickets kauften wir am Vorabend bei der Agentur Amazon Bravo Xpedition.

Wir sollten pünktlich 5 Uhr morgens am Hafen sein, also klingelte der Wecker bereits 4Uhr und 4: 45 Uhr saßen wir im Mototaxi zum Hafen …

An diesem Hafen fährt neben Flipper, unserer Bootsgesellschaft, auch Golfinio ab. Es sind die einzigen beiden Anbieter und unterscheiden sich kaum. Sie fahren beide zur gleichen Zeit ab, kommen zur gleichen Zeit an und bieten wohl auch den gleichen Service. Über deren Preis können wir leider nichts sagen.

Bei unserer Ankunft an Hafen standen bereits ein paar Personen da und man musste sich bei der jeweiligen Gesellschaften anmelden. Kurz nach 5 Uhr öffneten sich die Tore und es ging zur Gepäck- & Passkontrolle. Alle Gepäckstücke wurden untersucht außer unsere, entweder waren unsere Rucksäcke zur groß oder wir haben einen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht. Weiter zum Boot und dort hieß es warten. Das Boot sollte pünktlich um 6 Uhr abfahren, so hieß es, los ging es aber erst gegen halb sieben.

Bootsfahrt von Iquitos zur Grenze nach Santa Rosa

Die Fahrt war angenehm, wir lasen, schliefen und bekamen Frühstück und Mittag ( Geschmackssache).
Nach ca 9h sind wir in Santa Rosa angekommen und schon gleich warteten viele Bootsfahrer, die unsere Rucksäcke entgegennehmen wollten. Da musste wir ganz schön aufpassen, dass sie nicht auf einem Boot landeten. Uns wurde die Überfahrt für 10 Soles angeboten, so wie es überall beschrieben war. Was wir nicht wussten, dass wir auch noch ein Mototaxi brauchten um zur Immigration für den Ausreisestempel zu fahren. Wir hatten nur etwas mehr als 20 Soles, aber zum Glück hatten wir uns schon mit 3 Brasilianern zusammengeschlossen, die für uns Boot und Taxi gleich mit verhandelten und das Geld reichte aus.

Blick vom Mototaxi auf den Hafen von Santa Rosa

Angekommen in Tabatinga mussten wir uns beeilen, da die Polizei zur Registrierung nur bis 18 Uhr geöffnet hätte und es aufgrund der Zeitverschiebung schon 1h später war.

Leider wussten wir nicht, wo wir Bank, Polizei und Boot nach Manaus finden können und so versuchten wir mit Händen und Füßen zu fragen, da wir kein Portugiesch sprechen und die Menschen kaum Englisch oder Spanisch.

Gegen 17.45 Uhr hatten wir Geld in der Hand und eilten weiter zur Polizei, die wir 18. 15 Uhr erreichten und zum Glück noch geöffnet war. Stempel haben wir direkt erhalten -ein Hoch auf den deutschen Pass.

Jetzt mussten wir nur noch Tickets für ein Boot bekommen. Den Hafen für die großen Schiffe zu finden war nicht ganz einfach und als wir es endlich geschafft hatten, bekamen wir die Auskunft, dass 17 Uhr geschlossen wurde. Der Herr am Hafen sprach spanisch und sagte uns noch, dass am nächsten Tag nur 15 Uhr ein Boot nach Manaus abfährt. Okay, dann musste der Ticketkauf wohl warten.

Kartenausschnitt von Tabatinga

Nachdem wir mehrere Kilometer mit unseren mittlerweile 20kg Rucksäcken gelaufen sind wollten wir sie nur noch ablegen. In der Nähe des Hafens gab es ein schönes Hotel und wir buchten.

Tipp: Nehmt gleich ein Mototaxi am Hafen, da in der Stadt keine zu finden sind. Zumindest ging es uns so und uns blieb nichts anderes übrig als mit Rucksäcken bei der Hitze weiter zulaufen.

Am Abend gingen wir nur noch Burger an einem Straßenstand essen und suchten einen Supermarkt für den Folgetag, damit wir uns für die Fahrt eindecken konnten.

Burger-Straßenstand mit Telefonanschluss ;o) in Tabatinga

Am nächsten Tag standen wir früh auf, da wir auf jeden Fall noch am gleichen Tag mit dem Schiff nach Manaus abfahren wollten und um kurz nach 7 Uhr hielten wir die Tickets in der Hand. Der Preis war der höchste für diese Fahrt lt. Liste, also musste es sich um ein besseres Schiff handeln. Eine Auswahl hatten wir eh nicht, da nur dieses Schiff heute abfuhr. Im Preis enthalten waren 60 Real für Essen. Wir entschieden trotzdem noch etwas zu kaufen, da man ja nie sicher sein kann. Zwei Stunden vor Abfahrt muss man an Hafen sein und so liefen wir eingedeckt mit ein paar Getränken und etwas zum Essen um 12.30Uhr hin.

Es waren schon einige Menschen anwesend, nur Brasilianer, man musste sein Gepäck auf eine gelbe Linie stellen und bekam ein Armband. Die Farbe richtete sich nach dem Ort des Ausstieges und wir bekamen ein oranges Armband.

Bevor wir einsteigen durften gab es noch eine Polizeikontrolle inkl. Spürhund und dann durften wir auf das Schiff.

Polizeikontrolle vor der Abfahrt nach Manaus

Wir gingen auf das Deck 1 und blieben nicht unten, was unser Glück war. Die Engländer unten erzählten uns nach der ersten Nacht, dass das Licht die ganze Nacht an blieb und sie mehrmals aufstehen mussten, da ausgeladen wurde.
Gut, dass wir etwas früher da waren und mit den zweiten Schwung auf das Schiff durften. So konnten wir uns gute Plätze sichern und mussten uns nirgends dazwischen quetschen.

Hängematten auf dem Schiff nach Manaus

Erst gegen 17 Uhr verließen wir Tabatinga und hielten in den nächsten 2h mehrmals und das Deck wurde richtig voll. Uns begrüßte noch ein Mitarbeiter in Englisch und bot uns seine Hilfe an, sollten wir etwas benötigen. Super nett! Insgesamt machte das Schiff eine ordentlichen & sauberen Eindruck. Wir hatten wirklich anderes erwartet. Es gab drei Mahlzeiten am Tag in Form eines kleinen Buffet, geputzt wurde regelmäßig und Toilette + Dusche war ordentlich.

Das Essen war wirklich okay und wer keine Schüsseln oder Teller dabei hatte, konnte in einem kleinen Raum essen. Hier musste man zwar meist anstehen, war aber auch eine gute Möglichkeit mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich gab es zum Essen Saft, sonst war aber immer sauberes, kühles Wasser,Tee und Kaffee verfügbar.

Dann schauen wir mal, ob wir in der Hängematten schlafen können?! Die Nächte waren tatsächlich gut, es wehte immer in frischer Wind und das Motorengeräusch übertönte jegliches Schnarchen. Gut waren unsere Schlafsäcke, da es nachts doch sehr frisch werde.

Die meiste Zeit verbrachten wir mit Lesen oder bei Unterhaltungen mit Mitreisenden. Es waren nicht viele Touristen auf dem Boot, aber auch die Einheimischen suchten das Gespräch und waren extrem freundlich. Leider kann mit ihnen kann ein längeres Gespräch zustande, da wir kein Portugiesch und sie kein Englisch sprechen. Das bedauerten wir wirklich sehr, obwohl sie immer bemüht waren sich mit Händen und Füßen verständlich zu machen. Touristen von außerhalb Südamerikas waren es noch 5 weitere. Da hatten wir mit deutlich mehr gerechnet.

Trotz der Sprachbarriere haben wir viel miteinander gelacht.

Schifffahrt von Tabatinga nach Manaus

Am Abend traf man sich auf dem oberen Deck, dort lief Musik, es gab eine kleine Bar und mit brasilianischem Bier und dort haben wir den Sonnenuntergang genossen.

Fahrt nach Manaus – Sonnenuntergang

Ursprünglich sollten wir drei Tage nach Abfahrt um 10 Uhr in Manaus ankommen. An Tag zwei hieß es bereits 16 Uhr und am dritten Tag wurde es 18 Uhr und später 22 Uhr. 

Der Hafen von Manaus bei unserer Ankunft

Tatsächlich waren wir kurz vor 22 Uhr in Manaus und wir wurden angehalten, das Schiff nicht zu verlassen um ein Hostel zu suchen. Also entschieden wir noch eine Nacht in der uns liebgewonnenen Hängematte zu übernachten. Mit uns blieben noch 6 weitere Touristen (Venezuela, Chile, Brasilien, Uruguay, Mexiko, USA) und wir hängten die Hängematten zusammen für einen gemütlichen Abend. Da es alles Männer waren taten sie sich zusammen und gingen auf die Suche nach einem Supermarkt. Wir blieben an Board und bewachten das Gepäck. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrten sie mit Cola, Cachaça und Bier zurück und der Abend wurde unterhaltsam.

Der verbliebene Rest für die letzte Nacht auf dem Schiff im Hafen von Manaus

Nach der wirklich letzten, tatsächlich guten Nacht packten wir kurz nach 7 Uhr unsere Sachen und verabschiedeten uns herzlich.
Die Schifffahrt verging wie im Flug und war deutlich angenehmer als wir dachten. Dadurch, dass alles offen wir hatten man trotz der vielen Hängematten kein beengtes Gefühl und man konnte sich in seiner Hängematte immer zurückziehen. Wir haben die Zeit sehr genossen und können diese Art zu reisen nur jedem empfehlen! Wenn ihr hier seid, nehmt euch die drei Tage Zeit.

Jetzt hieß es ein Hotel finden, Flüge buchen und die nächsten Tage Manaus erkunden.

Wir wählten für die erste Nacht ein Hotel in der Nähe des Hafens und dank WLAN war auch der Flug nach Salvador schnell gebucht. Uns blieben drei Tage in Manaus.

Nachdem alles erledigt war zogen wir los. Manaus ist unserer Meinung nach keine Schöne Stadt und hat wenig zu bieten.

Collage Manaus

Wir versuchten es noch mit dem Parque do Mindu, wo es Orichideen und kleine Affen, die nur in Manaus leben, geben soll. Leider hat sich die Busfahrt und der Spaziergang bei Regen nicht gelohnt. Der Park ist sehr dreckig und außer uns gab es keine anderen Besucher. Affen haben wir auch nicht gesehen.

An unserem letzten Tag durfte ich mein Geburtstagsgeschenk einlösen, schwimmen mit rosa Delfinen. Es ging raus aus Manaus mit einer Tagestour, die nicht nur die Delfine zu bieten hatte. Wir waren nur zu dritt + Guide (Milton) und seine Tochter. Zuerst sind wir zu einem Dorf der Ureinwohner gefahren. Eigentlich mag ich diese gestellten Tänze etc nicht. Der „Häuptling“ hat uns jedoch sehr viel über die Traditionen und das Leben des Stammes erzählt und es war keine Show sondern sehr interessant. Wir durften uns auch am Blasrohr versuchen und es war gar nicht schlecht fürs erste Mal.

Dorf im Amazonas

Danach ging es zu den Delfinen. Anfangs mussten wir Sicherheitswesten tragen, die wir später ablegen durften. Die Delfine wurden mit Fischen gefüttert, Leben jedoch völlig frei im Fluß. Wir durften sie anfassen und sie sind viel weicher als erwartet und es war einfach nur toll. Später sind wir auch noch raus geschwommen, aber ohne Bestechung halten sie immer einen gewissen Abstand. 

Rosa Delfine

Danach ging es weiter zum Mittagessen und auch das übertraf unsere Erwartungen.  Es gab Buffet und wir konnten die Amazonas Küche durchtesten.Nach dem Essen standen weitere Programmpunkte auf dem Plan und wir sahen noch einige Tiere des Amazonas. Wir konnten dieses Mal sogar ein Faultier auf dem Arm halten und haben uns total verliebt.

Faultier – Affen – Kaiman – Anakonda – Paiche

Zum Abschluss sahen wir noch das Treffen der Flüsse, wo schwarzes und braunes Wasser zusammentreffen und noch einen ganze Weile nebeneinanderher fließen.

Das war ein gelungener Abschluss unseres Amazonasaufenthaltes!

Heute Nacht fliegen wir weiter nach Salvador, an die Küste Brasiliens, und verbringen unsere letzten Tage am Strand bis wir von Rio die Heimreise antreten.


Kosten:

Schnellboot Iquitos – Santa Rosa: 200 Soles = 55€
Überfahrt Santa Rosa – Tabatinga: 5 Soles = 1,40€
Mototaxi Santa Rosa Hafen zur Immigration: 5 Soles = 1,40€
Langsames Boot von Tabatinga nach Manaus: 140-200 Real = 39€ – 55€

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Fazit Peru

Nach nun genau  1 Monat verlassen wir Peru, unser erstes Land in Südamerika. Nach anfänglichen Verständigungsproblemen aufgrund unserer mangelnden Spanischkenntnisse, können wir jetzt am Ende behaupten, dass wir uns wacker geschlagen haben und ich mittlerweile sogar 500 Wörter auf meiner Spanisch-Lern-App zu verzeichnen habe. Alles weitere ließ sich mit zeigen oder anderen Gestiken bewerkstelligen.

Wir waren auch hier mal wieder außerhalb der Saison unterwegs, ohne es zu wissen. Dies bedeutete weniger Touristen, günstigere Preise für die Touren und es gab immer noch kurzfristig  2 freie Plätze für uns. Es gibt in Peru insgesamt über das Jahr verteilt nur 3 Millionen Touristen, was für uns sehr wenig klingt und ein Großteil davon besucht nur Machu Picchu.

Peru hat einfach alles. Diesen Satz könnte man einfach so stehen lassen, weil es genauso ist!

  • Unterschiedliche Landschaft: Strand, Wüste, Hohe Berge, Hoch- und Tieflanddschungel
  • Echte Peruanische Kleidung, Frauen mit Hut und Tuch, dazu noch typisch peruanische Encanto de Corazon Musik aus dem Radio im öffentlichen Bus haben sich als Bild bei uns eingeprägt.
  • Sehr freundliche, herzliche und hilfsbereite Menschen: Zum Beispiel wurden wir sogar von unserer Hostel Besitzerin in Arequipa zum Abschied herzlich gedrückt.
  • Wunderschöne Städte: Arequipa und Cusco haben uns am besten gefallen, Lima hat uns anfangs ganz gut gefallen, aber jetzt verstehen wir warum die Leute mehr Zeit in den anderen Städten verbringen.
  • sehr vielfältiges Essen: Es gibt 3500 unterschiedliche Kartoffelsorten und durch die verschiedenen Höhenlagen und Klimazonen gibt es hier einfach alles an Früchten, Gemüse und Getreide. Alpaca haben wir ebenfalls probiert und für lecker befunden, an Meerschweinchen -hier Cuycuy genannt- wollten wir uns nicht rantrauen (… sorry Chris..)

Mein Ziel (Sarah) für Peru, das Alpaca-Selfie ohne angespuckt zu werden, habe ich ebenfalls erreicht.

Trotz unseres langen Aufenthaltes haben von diesem Land auch wieder nur einen Teil gesehen, es gibt noch soviel mehr zu entdecken. Dieses bunte, vielfältige Land hat uns begeistert, obwohl wir manchmal nicht glauben konnten, dass alles was wir gesehen haben in diesem einen Land sein soll…

Kosten Peru

1€ = 3,65 Soles

Essen:

5 Brötchen auf dem Markt: 1 Soles
500g Käse auf dem Markt: 12 Soles
Essen im Restaurant: 20-40 Soles
Sandwich: 6-10 Soles
Essen auf Markt: 5 Soles
Snickers: 5 Soles

Wasser 2,5l: 3 Soles
Wasser 500ml: 1,2 Soles
Cola 500ml: 3-4 Soles
Gatorade 750ml: 4,5 Soles
Latte oder Cappuccino: 6-10 Soles
 

 Unterkünfte:

Ein einfaches Einzelzimmer ist meist schon für unter 10€ zu bekommen.
Wir haben in ganz unterschiedlichen Hostels / Hotels geschlafen. Ausschlaggebend war für uns immer Lage und Sauberkeit.

Lima Pucllana Lodge: DZ für 153 Soles
Paracas Willis House: DZ für 45 Soles
Huacachina: Doppelzelt für 102 Soles
Arequipa Vallecito Backpackers: DZ für 55 Soles
Cusco Tayta Wasi Hostel: 83 Soles
Iquitos La Casona: 83 Soles

Touren:

Ballestas Inseln und NP: 71 Soles
Buggy Tour Huacachina: 43 Soles  ( 2 Std inkl Sonnenuntergang und Sandboarding)
Kloster Arequipa: 40 Soles

Preise für die Touren in Cusco und Iquitos sind in den einzelnen Blogbeiträgen enthalten.

Schwimmen mit Piranhas -unterwegs im Tieflanddschungel Perus

Unser nächster Stop Iquitos war der Ausgangspunkt für unsere Dschungeltour. Da sich auch hier Anbieter an Anbieter reiht, waren wir dankbar für den Tipp einer Machu Picchu Mitwanderin.

Direkt nach unser Ankunft liefen wir zu Amazonas Golden Snake und buchten unsere Tour ohne weitere Recherche. Uns war es wichtig, dass der Anbieter verlässlich und sicher ist und das traf zu.

Noch einen Tag Pause und am Montag brachen wir auf zu unseren 4-tägigen Tour. Da wir uns auf die Mitreisende und ihre Erzählungen verlassen hatten, fragten wir nicht allzu viel nach. So kamen wir in einen abenteuerlicheren Trip als wir dachten, da wir eine ganz andere Tour buchten.

Pünklich um 6 Uhr wurden wir wie versprochen abgeholt und die Privattour konnte beginnen, da wir die einzigen Teilnehmer waren. Auf der einzigen Straße, die aus Iquitos raus führt, führen wir ca. 2h bis nach Nauta, wo die Straße endet. Von dort ging es weiter mit dem Boot.

Nach weiteren 2h erreichten wir den Nationalpark Pacaya Samiria und meldeten uns an. Von dort waren es noch 30 min bis nach Buones Aires, einem kleinen Dorf am Fluß und unser erster Schlafplatz.

Dieses kleine Dorf liegt an einer Flußgabelung und das Wasser ist hier extrem fischreich, aus diesem Grund tummeln sich hier die ganze Zeit Delfine (grau und rosa). Sie sprangen vor unserem Boot auf, tauchten hindurch oder jagten die Fische und wir konnten alles ganz nach beobachten.

Delfine im Nationalpark Pacaya Samiria

Wir waren begeistert! So kann es weitergehen!

Nun zum anderen – abenteuerlichen Teil, der in den Erzählungen von Anna anders war. Wir schliefen nicht in einer Lodge sondern verbrachten die Nächte an verschiedenen Orten direkt am Wasser. Die erste Nacht schliefen wir bei einer Familie auf einer Luftmatratze und die anderen Nächte in einen Zelt nur mit Schlafsack auf den Boden. Es gab keine wirklichen Toiletten, sondern nur ein Loch im Boden mit zwei Holzbretter darüber, die einen Spalt auseinander lagen. Besonders spannend nachts, wenn man die Aussage hört: Seid vorsichtig, da sind häufig Schlangen! Da muss man dann nicht mehr aufs Klo und wartet lieber bis zum nächsten Morgen. Auch Duschen waren keine vorhanden. Alles wurde im Fluß gemacht, ob Duschen oder Geschirr gespült, ganz egal. Gekocht wurde auf einer offenen Feuerstelle. Das Camp war wirklich sehr einfach selbst Tische und Stühle waren nicht vorhanden und wir nahmen unser Essen auf einem Stamm sitzend ein. Abends wurde es sehr ungemütlich, da es sehr viele Moskitos gab und wir uns nur ins 2 Mann Zelt zurückziehen konnten. Trotzdem haben sie ums wahnsinnig oft gestochen und gerade unsere Oberschenkel und Füße waren von Stichen übersät.

Dschungeltour – unser Camp

Da wir nur zu Zweit waren richtete sich alles nach unseren Wünschen. Natürlich gab es grundsätzlich ein Programm, dies war jedoch jederzeit änderbar und nicht so fest wie bei anderen Touren. Zeitliche Begrenzungen gab es eigentlich nie außer es wurde dunkel oder zu unserer Abfahrt am letzten Tag.

Wir unternahmen einige Wanderungen durch den Dschungel, so auch am ersten Nachmittag. Unser Guide Lander ging mit der Machete voraus und schlug die ein oder andere Kerbe in eine Baum und kürzte die Äste. Typisch, er weiß wohl nicht wohin mit seiner Energie, dachten wir. Auf dem Rückweg erklärte sich dieses Verhalten jedoch, da wir ohne diese Markierungen den Rückweg nicht gefunden hätten (nur 1x nutzten wir einen Pfad).

Dschungeltour – unterwegs im Dschungel

Unser Laufweg entwickelte sich immer je nachdem was wir fanden oder sehen wollten

Dschungeltour – Pflanzenwelt

oder was er hätte z.B. Affen. 

Dschungeltour – Affen

Der Dschungel hat neben den größeren Tieren auch viele kleine Tiere zu bieten und wir hatten sogar eine Tarantel auf der Hand.

Dschungeltour – Schmetterlinge und andere kleine Tiere

Neben den Wanderungen waren wir auch jeden Tag mit dem Kanu unterwegs.

Dschungeltour – unterwegs auf dem Wasser

Vom Wasser aus gab es vor allem Define, die uns ständig umgaben, und verschiedene Vogelarten zu entdecken.

Dschungeltour – Vögel

Wir hatten sogar Glück und uns schwammen mehrere Male Otter entgegen und wir haben den riesigen Fisch Paiche auftauchen sehen.

Dschungeltour – Otter

Wir waren auch noch Piranhas angeln, die dann am Abend auf unseremTeller lagen oder im Dunkeln auf Kaiman- Jagd. Natürlich haben wir sie immer gleich wieder im Wasser gelassen.

Dschungeltour – Kaimanjagd und Piranha fischen

Unser Guide hat die Fische direkt mit der Hand aus dem Wasser geholt. Unglaublich! In den Gewässern gibt es unheimlich viele Fische und die Sardinen sind uns sogar ins Boot bzw. auf den Schoss gesprungen und haben uns vor allem im Dunkeln damit erschrocken.

Trotz der vielen Piranhas kann man in dem Wasser baden und da wir sonst keine Möglichkeit zum Waschen hatten, machten wir das auch. Einzig die Sardinen knabberten an uns. Die Delfine waren ebenfalls neugierig, behielten aber leider einen Sicherheitsabstand zu uns.

Am letzten Tag ging es nach einer Kanutour am Morgen wieder zurück nach Nauta, wo wir uns noch Hängematten für die Weiterfahrt kauften, und dann mit den Auto nach Iquitos. Gegen 17 Uhr waren wir wieder zurück und konnten sogar noch Tickets für das Boot am nächsten Tag ergattern. Dort lernten wir die  Besitzerin einer Agentur, eine Französin, die lange Zeit in Deutschland lebte, kennen. Sie ist mit einem Peruaner verheiratet und sie führen die Agentur zusammen mit seinen Bruder. Die Agentur heißt Amazon Bravo Xpedition und bietet ebenfalls ähnliche Touren zu vernünftigen Preisen an. Sie gehen nicht in den Nationalpark sondern auf die andere Seite des Flusses, die Aktivitäten- sind jedoch die gleichen. Auf uns haben sie einen sehr guten Eindruck gemacht und hätten wir sie früher entdeckt, hätten wir bei ihnen gebucht.

Wichtig ist, dass die Tour nicht zu günstig ist, da auch Guide, Boot, Koch bezahlt werden müssen. Mit mindestens 200 Soles (55€) pro Tag und Person muss gerechnet werden, was schon sehr wenig ist. In der Hochsaison muss mit deutlich mehr gerechnet werden.

Fazit: 

Wir waren im Dschungel und hatten richtig Glück mit den Tieren. Wir haben viel gesehen und unser Guide war extrem bemüht, aufmerksam und hat sich gut um uns gekümmert. Wer die Natur liebt und keinen Komfort benötigt ist hier genau richtig. Für uns war es, bis auf die Moskitos und einen ungemütlichen Abend, genau die richtige Art, diese schöne Natur kennenzulernen.

Wir hoffen sehr, dass es diese schöne Natur noch lange Zeit gibt. 

Cusco und Umgebung

Der Ort, an dem wir am längsten während unserer Weltreise geblieben sind. Insgesamt haben wir hier 10x übernachtet und waren fast 2 Wochen rund um Cusco unterwegs.

Cusco und Umgebung hat wahnsinnig viel zu bieten und wir haben längst noch nicht alles gesehen. Die Stadt bietet sich perfekt als Ausgangspunkt für viele Touren z.B. Machu PicchuRainbow Mountains oder Sacred Valley an, hat aber auch selbst einiges zu bieten.  Häufig sind wir auch nur durch die Stadt gelaufen, haben das bunte Treiben beobachtet, die Häuser bestaunt, sind durch die unzähligen Märkte geschlendert, haben guten Kaffee oder das abwechslungsreiche Essen genossen.

Natürlich haben wir uns auch einige Museen der Stadt und die Inka-Ruinen in der Nähe angesehen. Dafür haben wir uns das Boleto Turistico besorgt.

Das Boleto Turistico kann bei der Touristeninfo oder an allen Sehenswürdigkeiten, die enthalten sind, gekauft werden. Wir haben uns für das GENERALE entschieden, da wir so lange in Cusco waren und Zeit hatten einiges zu besichtigen. Das Ticket ist 10 Tage gültig und kostet 130 Soles (ca. 35€) und folgenden Ruinen und Museen sind enthalten:

Museo Historico Regional
Calle Heladeros
Geschichte rund um Cusco – Ansiedlung, Leben, Nahrung, Werkzeuge, Kleidung etc.
gut gestaltet, aber kein Muss

Museo Municipal de Arte Contemporaneo
Plaza Kusipata
Wechselnde Ausstellung von peruanischen Künstlern
empfehlenswert

Museo de Sitio de Qoikancha
Avenida Sol
Archäologische Ausstellung der Inka & Vor-Inka Zeit
Museum ist sehr alt und nicht alles wurde in englisch beschrieben.
Aus unserer Sicht nicht lohnenswert – lieber das Inkamuseum besuchen.

Monumento Pachacuteq
Richtung Flughafen mit Bus oder Taxi gut erreichbar.

Tipon
Liegt auf dem Weg Richtung Puno ca. 30km von Cusco entfernt und ist mit dem Bus erreichbar oder als Tour buchbar. Gut mit Pikillaqta kombinierbar. Wir haben es leider nicht geschafft, hätten diese Ruinen, auch Garden Eden genannt, aber gerne besucht. 

Pikillaqta
Gut mit Tipon kombinierbar.

Saqsayhuaman
Die Ruinen liegen oberhalb von Cusco und sind gut zu Fuß erreichbar (ca. 30 min Treppen steigen). Es ist die größte Anlage nahe Cusco und hier wird jedes Jahr die Sonnenwende von 10.000 Menschen gefeiert. Die Ruinen laden zum Verweilen ein, da man einen ausgiebigen Spaziergang, oder es sich auf der Rasenfläche gemütlich machen kann.

…und einen tollen Ausblick über Cusco hat.

Q’enqo
Kleine Ruinenstätte schön am Wald gelegen und ebenfalls mit Ausblick auf Cusco.

Puka Pukara
Die rote Festung ca. 6km von Cusco entfernt.

Puka Pukara – rote Festung der Inka in der Nähe von Cusco

Tambomachay
Das Bad des Inka und befindet sich gegenüber von Puka Pukara.
Wir haben uns auf dem Rückweg aus Pisac vom Bus absetzen lassen und sind dann nach Cusco ca. 1h gelaufen.
War am frühen Nachmittag fast leer.
Kann ebenfalls bei einer Citytour (ca. 20 Soles = 5,50€) mit Puka Pukara, Q’enqo und Saqsayhuaman besucht werden oder man fährt für 1 Sol (ca. 0,30€) mit dem Bus aus Cusco her.

Inka Ruine Tambomachay in der Nähe von Cusco

Pisac
Ist in der Sacred Valley Tour enthalten oder man fährt für 3 Soles mit dem Bus (Cusco-Pisac-Calca). Wir haben uns für den Bus entschieden und sind an der Busstation Avenida Tullumayo, Ecke Avenida Garcilaso eingestiegen. Die Busstation ist auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar. Sie befindet sich auf der linken Seite (Straße abwärts) im Hof des gelben Hauses. Die Fahrt dauert ca. 1h und kann alternativ für 4 Soles auch mit dem Minibus  (Collectivo) zurückgelegt werden.
Nach dem Frühstück haben wir den Aufstieg zur Ruine, ca 1,5h, in der Mittagssonne angetreten. War keine so gute Idee. Das Essen lag schwer im Magen, die Sonne brannte und die Höhe von über 3100 m hat es uns schwer gemacht und wir sind nicht bis ganz nach oben gewandert. Aufgrund der aufkommenden Ruinenmüdigkeit war der Ergeiz alles zu sehen auch nicht mehr ausgeprägt.

Alternativ kann man auch mit dem Taxi nach oben fahren und wieder runter laufen. So wird es in allen Reiseführern empfohlen, wir wissen jetzt warum und können nur zustimmen.

Ollantaytambo
Kann entweder auf dem Weg nach Machu Picchu, bei einer Sacred Valley Tour oder allein besucht werden (Bus Cusco- Ollantaytambo). Haben wir leider auch nicht geschafft.

Chinchero
Auf dem Weg Richtung Moray. Wir haben hier kurz während der Tour nach Moray gestoppt, jedoch nur den Ort und nicht die Ruinen gesehen.

Moray
Inka-Terrassen, die als landwirtschaftlicher Anbaukalender dienten.
Moray haben wir während der Tour Chinchero, Moray, Maras, Salineras besucht. Die Tour beginnt 8.30 Uhr und endet 14.30 Uhr in Cusco (ca. 8€).

Es gibt auch Teiltickets z.B. für die 4 Ruinen oberhalb von Cusco. Dieses Ticket kostet 70 Soles (20€) und ist einen Tag gültig.

In Cusco werden unzählige Touren angeboten. Hier noch zwei weitere Beispiele:

Sacred Valley und Moray
Ganztagestour inkl. Mittagessen für ca. 20€

Sacred Valley
ca. 13 € oder luxuriöser und inkl. Mittagessen ca. 18€

Die Tour nach Moray beinhaltete auch die Besichtigung der Salineras. Diese Salzterrassen mit 5800 Salzfeldern fanden wir beeindruckender als Moray. Der Eintritt kostet 10 Soles (ca. 2,75€).

Ein weiteres empfehlenswertes Museum, welches nicht im Boleto enthalten ist, ist das Inka Museum in der Cordoba del Tucuman. Hier wurde aus unserer Sicht die Geschichte der Inka am besten dargestellt.

Das Choco-Museum in der Calle Garcilaso lohnt ebenfalls einen Besuch. Hier erfährt man einiges über die Geschichte und Produktion von Schokolade und das Beste ist, dass man sehr viele Kostproben ( Likör, Chutneys, heiße Schokolade und natürlich Scholade pur) bekommt. Eintritt ist kostenfrei.

Da wir so gerne gemütlich Kaffee trinken, möchten wir unsere Lieblingscafés nicht unerwähnt lassen:

Meetingplace Café am Plaza de San Blas
Sehr gemütlich und extrem lecker. Wir können vor allem die Waffeln mit Früchten empfehlen! Nein, eigentlich alles, da auch der Kuchen, die Sandwiches, der Saft und der Kaffee super war. Das BESTE: Das Café wird von Volontären betrieben und der Gewinn geht zu 100% in lokale Projekte. Da waren wir nicht nur 1x Gast!

Meetingplace Café: Waffel mit Früchten

La Esquina an der Ecke Chihuampata
Kleines Eckcafé mit sehr guten Sandwiches für 6 Soles. Hier wird das Eis selbst produziert ohne Zusatzstoffe und auch die Säfte und der Kaffee kann sich sehen lassen.

Cocoliso Café in der Palacio Straße
Etwas versteckt im Hinterhof bietet das kleine Café Snacks und verkauft gegenüber in einem kleinen Laden schöne, aber nicht die typischen Souvenire.

Cocoliso Café in Cusco

Café Mama Oli in der Córdoba del Tucumán
Top Kuchen!

Was uns besonders in Erinnerung beleibt und auf jeden Fall bei einem Besuch in Cusco nicht fehlen darf, ist das Essen auf dem Markt San Pedro. Hier sitzt man mit den Einheimischen auf kleinen Bänken und verspeist z.B. Arroz mixto (Reis mit Ei, Würstchen, Avocado und Pommes) für 5 Soles oder die vegearische Variante mit gegrilltem Käse für 4 Soles. Zum Nachtisch gibt es dann frischen Saft für weitere 5 Soles und für weniger als 3 € ist man mehr als satt.

Essensstand im Markt San Pedro

Der Markt bietet nicht nur Essensstände sondern man kann sich auch für Ausflüge mit Essen eindecken (Brot, Früchte, Nüsse, Käse etc.) und Souvenire kaufen.

Auch bei Festlichkeiten, die eigentlich jedes Wochenende stattfinden lässt sich gut essen, z.B Cheesecake mit Maracuja für 3 Soles.

An unserem letzten Abend waren wir im Restaurant Inkazuela essen. Hier gibt es nur Eintöpfe in verschiedenen Varianten. Wir entschieden uns für Alpaca-Feige-Cashew-Aprikose und Hühnchen-Kokos-Curry und wir waren mehr als zufrieden.

Abschießend Bilder von Cusco, da man nicht alles beschreiben kann:

Wir verlassen Cusco mit dem Flugzeug und werfen einen letzten Blick auf die schöne Stadt in den Bergen, da der Flughafen mitten in der Stadt liegt. 

Unser nächstes Ziel ist Iquitos im Amazonas. 

Rainbow Mountains auf 5100m

Auch für die Rainbow Mountains buchten wir eine Tour bei der Agentur, da wir uns die Höhe von 5100m nicht alleine zutrauten. 3.30 Uhr sollte es am Montag (12.09.) losgehen und aus diesem Grund lagen wir am Sonntag bereits 20 Uhr im Bett. Da wir jedoch nicht einschlafen konnten, hörten wir das Klopfen gegen 21 Uhr. Nach kurzer Überlegung, ob wir öffnen sollten, öffneten wir und wurden zum Telefon geschickt. Tour für den Folgetag abgesagt! Der Grund ist ein 48-stündiger Streik mit Straßensperren.

Oh nein, aber wir wollten die Berge unbedingt sehen. 

Am Montag liefen wir zu unserer Agentur, die uns mitteilte, dass es am Abend neue Infos gibt. Evtl. können wir am Dienstag gehen. Das war uns jedoch zu wage und wir entschieden unseren Flug nach Iquitos zu schieben. Wir wählten den 17.09., da dafür die niedrigsten Zusatzkosten entstanden. Jetzt hatten wir noch ausreichend Zeit für Cusco und die Umgebung – auch gut.

Am Abend bekamen wir die Information, dass es am Dienstag losgeht. Also wieder früh ins Bett!

3.30 Uhr wurden wir tatsächlich abgeholt und mit dem Kleinbus ging es Richtung ging es Richtung Puno. Nach 2h fuhren wir von der asphaltieren Straße ab in die Berge. Kurz vor 7Uhr erreichten wir die Frühstückslocation, eine offene Lehmhütte. Nach dem Frühstück fuhren wir weitere 15 min bis wir den Ausgangpunkt für die 5-7 stündige Wanderung (3-4h nach oben; 2-3h nach unten) erreichten. Gestartet sind wir auf 4300 m und mussten bis 5100 m wandern. Viele trauten sich die Höhe nicht zu und nahmen ein Pferd, entweder von Anfang an oder irgendwo auf der Strecke. Wir hatten gehörigen Respekt, wollten es aber alleine schaffen. Wir liefen unser Tempo und bis zum zweiten Anstieg ging es erstaunlich leicht und wir könnten sogar die Natur genießen.

Der zweite Anstieg war deutlich beschwerlicher, die dünne Luft machte sich bemerkbar und bei mir setzten die Kopfschmerzen ein. Sarah lief weiterhin ohne Beschwerden.

Irgendwie haben wir es geschafft, denn ab diesem Zeitpunkt hatte man das Ziel die ganze Zeit vor Augen.

Und endlich konnte man sie sehen:


Für die richtige Ansicht musste man noch den Berg gegenüber erklimmen, den Sarah sofort nach oben ging, ich nach einer langen Pause nur zur Hälfte. Für den Aufstieg haben wir insgesamt 3,5h benötigt. Länger als 30min sollte man nicht oben bleiben, da die Luft echt dünn ist. Die Höhe ist definitiv nicht zu unterschätzen! Wir haben einige gesehen, die nicht mehr gut aussahen und sich sogar übergeben mussten. Wenn es also gar nicht geht lieber verzichten oder ein Pferd nehmen. Es hat auch nichts mit Fitness zu tun, ob man die Höhe verträgt. Fitness hilft aber bei der Wanderung. ;o) 
Zusätzlich weht der Wind sehr stark und man ist vollkommen verstaubt und atmet viel Dreck ein.

Wichtig sind ausreichend Getränke (mind. 2L p.P.) und Kleichung in Schichten, da es unten ohne Sonne und oben auf dem Berg mit dem Wind sehr kalt werden kann. Zwischen drin mit Sonne ist es warm, also Sonnencreme nicht vergessen!

Nach ca. 30min haben auch wir uns wieder auf den Rückweg begeben und waren nach 2h wieder am Bus. Unterwegs haben wir noch Anna von der Machu Picchu Tour getroffen – tolles Wiedersehen.

Danach gab es noch Mittag und kurz nach 18 Uhr waren wir wieder zurück in Cusco.

Zur Feier des Tages, da wir so stolz auf uns waren, gab es Pizza und um 20.30 Uhr fielen wir nach der Dusche tot ins Bett.

Fazit: 

Wahnsinn! Für uns war es die Strapaze einmal im Leben wert!

Kosten: 

Tour: ab 80 Soles (22€)
Eintritt: 10 Soles (2,75€)
evtl. Wasser vor Ort

@Laufgruppe: Höhentraining erfolgreich absolviert 😆

Machu Picchu muss man sich verdienen!

Natürlich müssen wir nach Machu Picchu, wenn wir schon in Peru sind. Wir wussten, es soll ein mehrtägiger Trip werden und dafür gibt es ein paar Optionen. 

1. Inka Trail – 5 Tage: kurzfristig nicht buchbar

2. Salkantay Trek – 4 Tage: tolle Wanderung auf bis zu 4700m; meistens Übernachtung in Zelten; kurzfristig buchbar; alternativ auch mit den Rainbow Mountains buchbar +1 Tag

3. Inka Jungle Trek -4 Tage: Mischung aus Fahrrad fahren, wandern, raften und Zipline; Übernachtung in Hostels, kurzfristig buchbar; alternativ auch nur 3 Tage möglich, da fällt jedoch die schönste Wanderung aus.

Es gibt mit Sicherheit noch viele andere Alternativen, die deutlich mehr oder weniger Tage umfassen. Für uns wäre die Wanderung nach Choquequirao und dann nach Machu Picchu eine Herausforderung gewesen. Diese Tour dauert jedoch 10 Tage und dazu sollte man wirklich fit sein. Das haben wir uns nicht zugetraut und es deshalb sofort wieder verworfen.

Aufgrund der Abwechslung entschieden wir uns für den Inka Jungle Trek, den wir einen Tag vorher buchten. Wir klapperten jede Menge Agenturen und Touranbieter ab, um für uns das „RICHTIGE“ zu finden. Letztendlich bieten jedoch alle nahezu das Gleiche und wir haben uns von unserem Bauchgefühl leiten lassen. Wir haben uns nicht für das Günstigste entschieden.

Man kann eigentlich alles optional zum eigentlichen Trek hinzubuchen: Zug, Zipline, Rafting, Besteigung Mountain in Machu Picchu. Das macht dann letztendlich auch die größten Preisunterschiede aus. Der Zug allein kostet schon zwischen 70-80$ und treibt den Preis nach oben. Die Alternative ist der Bus ab Hydro Elektica um 14/14.30Uhr. Dafür muss man Machu Picchu jedoch bereits um 11-12 Uhr wieder verlassen, da man bis zu dem Bus mindestens 2,5-3,5h läuft (je nach Lauftempo und Fitness). Natürlich kann man auch erst am nächsten Tag auf eigene Faust zurück nach Cusco fahren.

Wir haben direkt alles bei der Agentur (Sumac Coca Travel) gebucht, was sich im Nachgang als richtig erwiesen hat. Man kann auch vor Ort Rafting und die Zipline buchen, hat aber das 2-3 fache gekostet. Der Berg bei Machu Picchu sollte vorab gebucht werden, da es täglich nur 400 Tickets je Berg gibt. Machu Picchu Mountain ist meist kurzfristig noch buchbar, Huayna Picchu ist kurzfristig eigentlich immer ausgebucht und muss lange vorab (2-3 Monate) gebucht werden.

Bei unserer Tour wurden verschiedene Anbieter zu einer Gruppe zusammengefasst und jeder bekam das Gleiche für unterschiedliche Preise. 

Achtung: Es gibt auch schwarze Schafe bei den Touranbietern z.B. Trekking Cusco in San Blas. Hier wurde uns im Nachgang von Reisenden erzählt, dass nichts organisiert war und sie sich um alles selbst kümmern mussten (Essen, Eintritt, Rückfahrt etc.). Also lieber mehrmals rückversichern, was alles enthalten ist.

Unsere Gruppe bestand aus 15 Personen plus Guide. Der größte Teil war deutschsprachig (Schweiz, Österreich, DE), der Rest war bis auf 1 Franzosen südamerikanisch (Argentinen, Chile, Bolivien, Kolumbien). Eine gute Mischung -später mehr dazu!

Am 1. Tag wurden wir pünktlich um 7.30 Uhr abgeholt und zum Bus gebracht, zu Fuß. Unter Pick up hatten wir uns zwar etwas anderes vorgestellt, aber wir sind ja flexibel.

Danach ging es mit einem vollbeladen Transporter zunächst den Anhänger mit den Fährrädern holen und dann 4h bis nach Abra Malaga auf 4350m. Dort stiegen wir aus und bekamen die Fährräder und Ausrüstung zugeteilt und der Spaß konnte beginnen. Wir fuhren ca. 3h mit kurzer Pause bis nach Huaman Marca auf 1650m. Die meiste Zeit ging es, wie man den Höhenangaben schon entnehmen kann, bergab. Es hatte also nicht so richtig viel mit Mountainbiken zu tun, hat aber trotzdem Spaß gemacht ;o)

Mountainbiken – Inka Jungle Trek

Angekommen in dem kleinen Örtchen, ging es mit dem Bus nochmal ca. 30min nach Santa Maria zu unserer ersten Unterkunft. Dort bekamen wir spät Mittag und nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter zum Rafting.

Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung bekamen wir Helm, Oberteil, Schwimmweste und Paddel zugeteilt und los gings. Es war noch eine weitere Gruppe da, mit der wir auf die Boote verteilt wurden. Zusätzlich fuhr noch ein Sicherheitskanu mit.

Raften – Inka Jungle Trek

Nach dem Raften ging es wieder zurück zur Unterkunft, wo wir unsere nassen Klamotten aufhängen konnten und eine kalte Dusche nahmen. Das Abendessen gab es im Restaurant nebenan und es bestand aus Suppe (gibt es eigentlich immer zum Mittag und Abendessen in Peru), einem Hauptgang (Auswahl zwischen vegetarisch oder mit Fleisch) und einen Saft.

Der Abend war relativ kurz, denn zwischen 21 und 22 Uhr verabschiedeten sich alle, um für die lange Wanderung am Folgetag fit zu sein.

Am zweiten Tag stand die Wanderung von Santa Theresa nach Santa Maria bevor. Obwohl die zwei Orte nur 400 Höhenmeter unterscheidet, mussten wir über 1000 Höhenmeter überwinden und natürlich auch wieder nach unten. 

Während der Wanderung machten wir viele Pausen und unser Guide erklärte uns z.B. die Pflanzen am Weg.
Wir kreuzten den Inkatrail, hatten fantastische Ausblicke, fuhren mit einer „Gondel“ über den Fluss, ruhten nach dem Mittag in Hängematten und nach ca. 23km erreichten wir am Abend die heißen Quellen kurz vor Santa Maria.

Inka Jungle Trek – 2. Tag

Die heißen Quellen taten gut und wir trafen dort die Australier, mit denen wir den Colca Canyon gewandert sind, freuten uns sehr über das Wiedersehen und quatschten bis die zwei los mussten. Sie sind übrigens den Salkantay gelaufen, der wohl am 2. Tag sehr anstrengend gewesen sein muss. Danach gesellten wir uns wieder zu unserer Gruppe und standen eine weitere Stunde quatschend im Wasser bis wir verschrumpelt waren. Das tat so gut!

Danach ging es mit einem kleinen Bus in 10 min nach Santa Maria zum Hostel. Vier aus unsere Gruppe entschieden sich den Weg auf der staubigen Straße zu laufen. Unser Guide hatte wohl keine Lust auf wandern und wollte ihnen den Weg zeigen. Er trabte mit ihnen zum Ausgang, zeigte auf die Lichter des Ortes und sagt: „Follow the lights!“. Das war der Spruch der nächsten Tage.

Kurz vor dem Ort überholten wir sie und beim Abendessen waren wir alle wieder vereint.

Dieser Abend war nicht so kurz wie der vorherige. Nach dem Essen gab der Guide eine Runde Inka Tequilla aus, bei der es natürlich nicht blieb. Am Ende des Abends hatte die Gruppe 3 Flaschen Tequila geleert, denn die Gläser wurden mit der Zeit immer größer, und noch etliche Flaschen Bier. Erstaunlich was Südamerikaner vertragen. Irgendwann wurden auch die Glühbirnen ausgewechselt und zu der Partybeleuchtung die Musik eingeschaltet. Alle gesellten sich auf die „Tanzfläche“ zwischen den Tischen und kreisten die Hüften. 

Gegen 1 Uhr war der Abend beendet und pünktlich 6.20 Uhr saßen alle mehr oder weniger fit wieder am Frühstückstisch. 

Kurz nach 7 Uhr ging es mit dem Bus zur Zipline. Insgesamt gab es 5 Abfahrten über den Fluß und alle standen voller Vorfreude am ersten Seil, außer ich. Mir wurde leider erst hier bewußt, was wir gebucht hatten und der Berg schien unendlich hoch. Alle kamen heil auf der anderen Seite an, doch ich traute mich trotzdem nicht und stiefelte mit einem Guide bis zum dritten Seil den Berg hinunter. Dort traute ich mich mit einem Guide zusammen die Überfahrt und ich muss sagen: Es ist nicht so schlimm wie es aussieht! Ab da ging es dann alleine und hat sogar Spaß gemacht. Sarah hatte natürlich ab dem ersten Seil ihren Spaß.

Zipline – Inka Jungle Trek

Unten angekommen bestiegen wir wieder einen Kleinbus und fuhren bis nach Hydro Electrica zum Mittagessen. Nach dem Essen ging es direkt weiter und wir wanderten ca. 3h bis nach Augus Calientes bzw. Machu Picchu Pueblo. 

Den Nachmittag nutzten wir, um uns auf dem Markt für den Folgetag einzudecken und gemütlich einen Kaffee zu trinken.
Beim Abendessen verabschiedete sich unser Guide, da er dringend nach Cusco zurück musste, weil ein Freund einen schweren Unfall hatte. Wir bekamen einen Ersatzguide vorgestellt, der die Führung in Machu Picchu durchführte.

Heute hieß es früh ins Bett, denn die Nacht war um 4 Uhr bereits schon wieder beendet. 4.20 Uhr trafen wir uns an der Rezeption und um 4.30 Uhr liefern wir los zur Brücke. Dort war ab 5 Uhr Einlass und wir befürchteten schon eine lange Menschenschlange. Dem war jedoch nicht so. 5.10 Uhr hatten wir bereits die erste Kontrolle passiert und konnten die Stufen nach Machu Picchu in Angriff nehmen. Völlig verschwitzt kamen wir knapp 1 h und 2900 Stufen später an dem eigentlichen Zugang an, wo sich zu den Wanderern noch die Personen gesellten, die mit dem Bus gefahren waren.

Oben wurden wir von dem Guide in Empfang genommen und die Tour konnte beginnen nachdem alle den Einlass passierten. Pünktlich begann es zu regnen und in unseren Pochos liefen wir frierend dem Guide hinterher. 

Der Regen war auch nur von kurzer Dauer und der erste Anblick der Ruinen entschädigte alles. Es war wirklich beeindruckend!

Machu Picchu

Der Nebel löste sich ebenfalls allmählich auf und nach unserer Tour machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zum Machu Picchu Mountain, den ein Großteil unsere Gruppe ebenso gebucht hatte.

Der Aufstieg war beschwerlich, ging jedoch leichter als in der Früh und die ersten erreichten den Gipfel nach 1h 15min. Die letzten waren nach knapp 2h am Ziel und genossen den Ausblick bei einem zweiten Frühstück.

Mount Machu Picchu

Um 12 Uhr wurde der Berg geschlossen und wir traten den Rückweg an, der nur 30min dauerte und Muskelkater verursachte.

Machu Picchu

Ab jetzt konnten wir uns die Ruinen in aller Ruhe allein ansehen, denn die Menschenmassen wurden weniger.

Nachdem wir uns alle noch den Machu Picchu Stempel abgeholt hatten, liefen wir gegen 15.30 Uhr wieder nach unten und 1h später saßen wir am Tisch im Restaurant. Jetzt hatten wir uns eine Stärkung auf jeden Fall verdient!

Die Tour war nun zu Ende und wir mussten uns verabschieden. Die Gruppe ist über die letzten Tage wirklich zusammengewachsen und die ersten Verabredungen für die Zukunft sind gemacht.

Unser Zug fuhr um 18.20 Uhr und es war bereits dunkel und wir konnten nichts von der Landschaft sehen. Schade, daran hatten wir erst nach dem Kauf gedacht.

Knapp 2h später erreichten wir Ollantaytambo und sollten dort mit dem Bus abgeholt werden. Da alle ausstiegen und viele Menschen mit Schilden warteten, war es etwas chaotisch. Wir liefen durch und versuchten alle Schilder zu lesen, auf denen bis zu 20 Namen standen. Am Ende angekommen – nichts! Also wieder zurück und endlich fanden wir Sarah auf einem Schild!

Gegen 23 Uhr wurden wir an einem Platz in Cusco abgeladen und wir liefen ziemlich fertig zu unserem Hostel. 

Fazit: 

Es war toll, was mit Sicherheit auch an unserer Gruppe lag. Wir hatten viel Spaß und gute Unterhaltungen. Die Tour war gut organisiert und wir mussten uns um nichts kümmern. 

Wir können jedem eine Tour zum Machu Picchu, egal welche, empfehlen. Dieses beeindruckende Bauwerk gemeinsam zu erwandern und zu erklimmen hat es für uns noch erlebnisreicher gemacht.

Machu Picchu ist definitiv ein MUSS, bei einem Perubesuch -mit oder ohne Tour!

Kosten:

Die Tour ohne Zug und Aktivitäten gibt es bereits ab 130$, je nach Verhandlungsgeschick.
Zug: 70-80$
Zipline: bei Agentur = 15$ – 30$; vor Ort 30$
Raften: bei Agentur = 10$-30$; vor Ort 30$
Berg Machu Picchu: 8$ – Huayna Picchu ist etwas teurer

Alles in allen gibt es die komplette Tour ab ca 240$. Für Studenten gibt es zusätzliche Rabatte und da ist die Tour bei guten Verhandlungen schon ab 200$ möglich.

Wichtig ist, dass es für diesen Preis keinen Luxus gibt! Wir hatten immer einfaches, aber gutes Essen und auch die Unterkünfte waren sehr einfach, aber sauber. 

Preise sind immer in US-Dollar.

Zusatzkosten:

Überfahrt über den Fluß: 10 Soles (2,70€)
Heiße Quellen Santa Maria: 10 Soles (2,70€)
Bus von Agues Calientes nach Machu Picchu: 12 $ einfache Fahrt
Getränke und Snacks: Gibt es in jedem Ort zu vernünftigen Preisen, außer auf Machu Picchu.
Mittag- & Abendessen am letzten Tag

Blick auf Machu Picchu vom Machu Picchu Mountain

Die nächsten Tage sind organisiert!

Wir haben uns jetzt endlich entschieden wie wir nach Iquitos kommen. Wir werden „leider“ fliegen. Über Land und Wasser hätten wir wahrscheinlich 1 Woche benötigt: 1 Tag im Bus von Cusco nach Lima; 1 Tag im Bus von Lima nach Pucallpa; mindestens 1-2 Tage um in Pucallpa die Weiterfahrt mit dem Schiff zu organisieren; 3 Tage Schifffahrt von Pucallpa bis Iquitos. Da wir nicht 2x 1 Tag komplett im Bus hätten sitzen wollen, hätten wir noch mindestens 1 Stop eingelegt und da wäre die Woche definitiv voll.

Eine weitere Alternative wäre es gewesen nach Yurimaguas und von dort 2 Tage mit dem Schiff bis nach Iquitos zu fahren. Nach Yurimaguas hätte es jedoch definitiv noch mehr Zeit benötigt, da die Stadt von keinem Langstreckenbus angefahren wird. Von Lima nach Tarapoto hätte die Busfahrt über 1 Tag benötigt, es gibt jedoch attraktive Zwischenstopps an der Küste, die wir eingelegt hätten. Von Tarapoto kann man in 2-3 Stunden mit dem Sammeltaxi nach Yurimaguas fahren.

Soviel zu unseren Recherchen, vielleicht helfen sie ja jemanden 😉 

Wir fliegen jetzt von Cusco über Lima nach Iquitos und sind in 6 Stunden da. Die Buchung der Tickets hat sich nicht als ganz einfach herausgestellt, da es in Peru Fluggesellschaften gibt, die für Einheimische günstigere Preise anbieten. Das ist jedoch auf den ersten Blick nicht ersichtlich und mit begrenzten Spanischkenntnissen wird es auch beim zweiten Blick schwierig. Uns hat die Agentur, bei der wir unsere Touren zum Machu Picchu und den Rainbow Mountains gebucht haben, geholfen und direkt bei der Airline angerufen und alles durchgegeben. Für knapp 140 € konnten wir so die Flüge ergattern.

Ein bißchen trauern wir der Bootsfahrt hinterher, der Busfahrt jedoch keine Sekunde.

Auch wenn wir diesen Teil des Amazonas verpassen, werden wir doch einige Tage auf dem Fluß verbringen, da wir von Iquitos bis nach Belem in Brasilien schippern wollen.

Bevor wir Cusco jedoch wieder verlassen, werden wir erstmal den Machu Picchu besuchen. Wir haben uns für eine 4 Tagestour entschieden und morgen geht’s los. Danach werden wir uns in Cusco erholen bevor wir die Rainbow Mountains erklimmen -ich freu mich schon so sie zu sehen- und dann noch ein paar Tage Cusco erkunden. Hier gibt es wahnsinnig viel zu sehen.

Natürlich berichten wir noch ausführlich über die einzelnen Touren. Voller Vorfreude gehen wir jetzt jedoch erstmal schlafen!

Arequipa – die weiße Stadt

Von Huacachina sind wir über Nacht mit dem Bus bis nach Arequipa gefahren, eine Stadt im Süden in den Anden auf 2300m. Ursprünglich hatten wir uns diese Stadt ausgesucht, um uns an die Höhe zu gewöhnen. Je mehr wir jedoch gelesen hatten, desto größer wurde unsere Vorfreude. 

Arequipa hat uns tatsächlich verzaubert. Die Stadt liegt vor den Vulkanen Misti und Chachani, die man von fast überall sehen kann, die Häuser sind teilweise bunt gestrichen und in den Parks und Plätzen ist immer etwas los. 
Wir hatten mal wieder Glück mit dem Zeitpunkt unserer Ankunft, denn Arequipa feierte.


Um die Stadt kennenzulernen, haben wir an der Freetour teilgenommen, die jeden Tag am Café Chaqchao in der Santa Catalina startet. Dieses Café ist auch ohne Freetour empfehlenswert. Der Kaffee ist super und die Terrasse ist gemütlich. Die Tour ging durch verschiedene Stadtteile, wir sahen Kirchen, Märkte, besuchten das Alpaca Museum, das Museum mit der Juanita und bekamen Pisco Sour, Käseeis (es ist kein Käse enthalten) und Schokotee zum probieren. Da wir diese Tour gleich am 1. Tag gemacht haben, wir extrem müde nach der Nachtfahrt waren und sie 3h ging, hat am Ende unsere Konzentration doch sehr gelitten. Wir waren etwas froh, als wir endlich zurück in unser Hostel konnten und tot ins Bett fielen. Alles in allem hat sich die Tour trotzdem gelohnt, auch wenn es nicht wirklich free ist ;o) Wir haben jede Menge Informationen erhalten, was wir die folgenden Tage besuchen konnten. 

Das Kloster stand ganz oben auf der „zu besuchen Liste“. Es ist wie eine kleine Stadt in der Stadt und farbenfroh gestaltet. Der Eintritt (11 Euro) ist relativ teuer für peruanische Verhältnisse, aber uns hat es gefallen. Empfehlenswert ist das Café im Kloster in einem gemütlichen Garten und sehr leckeren Kuchen.

Faziniert haben uns auch die vielen alten Autos, die in allen Farben und Zuständen durch die Stadt fuhren.

Sehenswert ist der große Markt von Arequipa, wo man günstig einkaufen und essen kann. Es macht Spaß einfach durch die Reihen zu schlendern und das Markttreiben zu beobachten. Wir haben uns hier mit Brötchen, Käse, Obst und Gemüse eingedeckt.

Wir haben uns in dieser Stadt sehr wohl gefühlt, was mit Sicherheit auch an unserer familiären Unterkunft lag. Die Familie des Hostels war super nett und wir hatten interessante Gespräche mit dem Opa des Hauses, der ein wahnsinnig intelligenter Mann ist. 

Abschließend noch ein kleiner Tipp: das kleine Café „Palacios Coffee“, welches nur 100 von unserem Hostel entfernt war und für uns den besten Kaffee der Stadt hatte. Wir konnten während unserer Besuche sogar beim Rösten der Bohnen über die Schulter schauen und es roch fantastisch.

Nach 6 Tagen verlassen wir die Stadt Richtung Nordwesten mit dem Nachtbus nach Cusco.

Colca Canyon – Do it yourself!

Eigentlich wollten wir nur nach Arequipa, um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen. In Gesprächen mit anderen Backpackern wurden wir jedoch immer gefragt: Ah Arequipa, geht ihr auch zum Colca Canyon? Wir hatten leider keine Ahnung, aber nach dem 2. Mal machten wir uns schlau und entschieden: definitiv!

Wir wollten keine geführte Tour machen, da wir darüber wenig positives gehört hatten und es gut allein machbar war. Im Hostel sind wir mit 2 Australiern ins Gespräch gekommen und entschieden zusammen zu gehen. Jeder von uns googelte etwas, wir warfen alle unser Infos zusammen und der Plan stand.

Mit dem Bus bis nach Cabanaconde und von dort laufen wir los. 

Hier für alle ein paar Infos, die diese Tour auch allein machen wollen.

1.  vom Busbahnhof Arequipa bis nach Cabanaconde 
☆ Dauer: ca. 6h inkl. 30min Zwischenstopp in Chivay
☆ Preis: 17 Soles einfache Strecke
☆ Abfahrtszeiten: 1 Uhr, 2 Uhr, 3.30 Uhr, 9.30 Uhr, 11 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr
☆ Busunternehmen: Es gibt verschiedene (Reyna, Andalucia, Milagros), die jeweils zu anderer Zeit fahren:
     – Reyna fährt z.B. 1 Uhr & 11 Uhr, 
     – Andalucia fährt 2 Uhr & 9.30 Uhr und 
     – Milagros fährt u.a. 3.30 Uhr
☆ Tickets können nur am Busbahnhof gekauft werden.
☆ Beim Einstieg in den Bus muss zusätzlich 1,5 Soles (0,40€) gezahlt werde.
☆ Warme Klamotten für die Fahrt am frühen Morgen mitnehmen, da der Bus bis auf 4800m fährt und es dann sehr kalt wird.

2. Kartenmaterial würde ich nicht kaufen sondern nur im Touristenbüro holen. Die gekaufte Karte ist meines Erachtens schlechter.

Karte Colca Canyon

3. Übernachtungsmöglichkeiten haben wir in fast jedem Ort gefunden und es war immer etwas frei.

4. Ausreichend Wasser mitnehmen mindestens 3-4l pro Person. Kann jedoch auch in den Orten gekauft werden, ist aber ziemlich teuer ca. 10 Soles (ca. 2,75€) für 2,5l.

5. Essen gibt es in den Orten, Snacks für unterwegs sind aber ratsam.

6. Hitze nicht unterschätzen: Hut/Mütze + Sonnencreme = Pflicht

7. Eintrittstickets (70 Soles = 23€) können an der Touristeninfo in Chivay oder Cabanaconde gekauft werden (wenn offen).

Wir wollten die Tour in zwei Tagen bewältigen und schon am nächsten Tag los, also entschieden wir uns für den spätesten Bus in der Früh. Mitchell und Christie kauften die Tickets am Vorabend, da wir noch mit der Stadttour unterwegs waren und wir bestellten das Taxi für 3 Uhr zum Hostel.

2.30Uhr klingelte der Wecker und pünktlich um 3 Uhr zogen wir vier mit unseren vollgepackten Tagesrucksäcken los.

Der Bus fuhr tatsächlich pünktlich ab und war sogar so bequem, dass wir alle noch etwas schlafen konnten. Kurz vor 7 Uhr erreichten wir Chivay, wo wir 30 Minuten Zeit hatten. Dort wollten wir unsere Eintrittstickets (Boleto Turistico) kaufen, das Büro hatte jedoch noch geschlossen. An dem kleinen Busbahnhof gibt es ebenfalls die Möglichkeit Snacks, Getränke oder einen warmen Kaffee zu kaufen.

7.30 Uhr fuhr der Bus weiter und die Ruhe der ersten 3,5h war vorbei. Der Bus hielt überall wo jemand zusteigen wollte und im Nu waren alle Plätze gefüllt und die Leute standen im Gang. Zur Ankündigung des Busses hupte dieser vor und in jedem Ort wie verrückt, damit es auch wirklich jeder mitbekam. Ich frage mich, ob der Bus 2,5h früher das genauso macht?! Die Straßen durch die Orte waren teilweise so eng, dass wir das Hupen ebenfalls als Sicherheitsmaßnahme empfunden haben, damit niemand aus dem Haus tritt beim Vorbeifahren.

Die Landschaft ist bereits bei der Fahrt ein Traum und man bekommt einen Vorgeschmack auf den Canyon.

9.30 Uhr erreichten wir Cabanaconde und gingen dort zum Touristenbüro, um unsere Tickets zu kaufen. Wir bekamen dort zwar nochmal Informationen, aber der Ticketverkäufer war gerade nicht da. Wir sollten einfach loslaufen und er würde uns unterwegs bestimmt begegnen. Tat er nicht….

Nachdem es noch eine kleine Parade gab, wir noch Wasser und Snacks gekauft haben, sind wir letztendlich erst 10.15 Uhr losgelaufen. Leider zu spät für die Condore, die in den Morgenstunden aufsteigen.

Kurz nach dem Ortsausgang schloss sich uns noch eine weitere Wanderin an und wir gingen Richtung San Juan de Chuccho. Es ging ausschließlich nach unten und wir bewältigten fast 1000 Höhenmeter auf steinigen Wegen mit fantastischem Ausblick. 

Nach ca. 4h inkl. 30min Pause erreichten wir San Juan und wir merkten unsere Beine bereits. Direkt hinter der Brücke nahm uns eine Frau in Empfang und bot uns eine Unterkunft an. Wir lehnten ab, da wir in Sangalle schlafen wollten, folgten ihr jedoch für ein kühles Getränk.

Nach weiteren 30 min Pause ging es mit einer Abkürzung zu den Dörfern Cosnirhua und Malata. Die Abkürzung stellte sich jedoch als ein wenig abenteuerliche hieraus und wir würden jeden empfehlen den richtigen Weg zu nehmen. Zeit hat uns die Abkürzung ebenfalls nicht gespart.


Nach weiteren 2h hatten wir die Oase von Sangalle im Blick und es ging nochmal 30min abwärts. Tipp: Vor dem Abstieg steht ein älterer Mann und verkauft Getränke zum günstigsten Preis im Canyon (6 Soles für 2,5l Wasser). Wir waren froh, dass wir das Dorf noch vor Sonnenuntergang erreichten und schlossen uns der Slowakin an, die ein Hostel reserviert hatte. Wir hatten Glück und auch für uns gab es noch Bungalows für 20 Soles (ca. 5,50€) pro Person. Die Bungalows waren sehr einfach, es gab warme Duschen und sogar einen Pool, der nach der Wanderung sehr erfrischend war.

Für 15 Soles (4,10€) bekamen wir eine Suppe, Nudeln mit Tomatensauce und Käse und einen Tee. Top! Für den Morgen bestellten wir noch Frühstück für 8 Soles (2,20€) bestehend aus 2 Brötchen, Marmelade, Käse und Kaffee.

Die Unterkunft Garden Eden, wo wir übernachtet haben, ist schon eine bessere Unterkunft in Sangalle und wenn man möchte, kann man noch günstiger in anderen Unterkünften übernachten.

Danach fielen wir um 20.30 Uhr ins Bett und schliefen sofort ein.

Am nächsten Morgen klingelte um 4.45 Uhr der Wecker und um 5 Uhr saßen wir am Frühstückstisch. Wir hatten die Busticket für die Abfahrt um 11.15 Uhr gekauft und der Aufstieg, diesmal 120om sollte ca. 4 h dauern. Der Aufstieg war tatsächlich nicht so schlimm wie gedacht und ist in 3-4 h machbar. Da ich jedoch mit Magenkrämpfen wanderte, mussten wir leider viele Pausen machen und wir benötigten etwas mehr als 4h. Aber: Ich habe es ohne Muli geschafft.  

Wir hatten sogar noch Zeit und kehrten in ein tolles Restaurant in Cabanaconde ein. Für mich gab es Suppe und Cocatee, für den Rest Alpakasteak oder Schokocrepes und Kaffee.


Um 11.30 Uhr fuhr der Bus übervoll ab und bis Chivay hatten die Sitzplatzreservierungen gefühlt keine Gültigkeit. 

Gegen 17 Uhr waren wir zurück in Arequipa und kauften noch unsere nächsten Busfahrkarten, die wir am nächsten Tag wieder tauschen mussten, da die Magenkrämpfen weiter anhielten. Puno fällt somit aus dem Programm und nach weiteren Tagen in Arequipa werden wir direkt nach Cusco fahren.

Fazit: Anstrengend, aber lohnenswert und definitiv alleine machbar. 

Wir hatten eine tolle Wandergruppe und jede Menge gute Gespräche während der vielen Stunden!

Das nächste Mal würden wir bereits am Vorabend nach Chivay oder Cabanaconde fahren, am Morgen den Cruz del Condor besuchen und danach von dort loswandern (zusätzlich ca. 8km fast gerade).