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Die Hoffnung stirbt zuletzt … von Ulaan Bator nach Peking

Ab in den Zug für 1.5 Tage mit der Hoffnung dieses Mal einen besseren zu erwischen.

Nein, gleiche Zugnummer & damit gleicher Zug – chinesisch, dreckig, klein.
Wir haben von anderen gehört, dass Zug Nr 6 gut sein soll. Von 4 würde ich abraten wollen!

Viele Stunden fuhren wir durch die Mongolei und die Landschaft veränderte sich kaum, endlose Weite der Steppe.
Unser letztes mongolisches Geld konnten wir an einem Bahnhof (Sain-shanda) in einen Kartoffelsalat (3000 Turug) umwandeln. Dazu bekamen wir noch einen Teigklumpen, den wir nur empfehlen können. Das Abendessen war somit gesichert.

Die Grenzübergänge dauerten je 1-2 h und es gab keine Probleme, nur der Lonely unserer Kabinennachbarinnen wurde von den Chinesen genau begutachtet. Sie durften ihn behalten.
Nach dem Grenzübertritt zu China musste das Fahrwerk gewechselt werden. Wir rätselten die ganze Zeit, ob wir ihn Zug bleiben dürfen. Ja, wir durften. Der Zug fuhr in eine große Halle und wurde Waggon für Waggon einzeln angehoben und das Fahrwerk ausgetauscht. Das ganze dauerte ca. 3h und währenddessen wurde der Zug immer wieder vor und zurück gefahren, es rüttelte heftig und war sehr laut. Irgendwann sind wir trotzdem eingeschlafen und haben die Abfahrt verpasst.

Eine nette Geste der Chinesen war das kostenlose Frühstück und Mittagessen, wofür man an der Grenze einen Gutschein bekommen hat.
Frühstück war von 6.30-7Uhr und wir haben es verpasst.
Zum Mittag (9.30-10 Uhr) gingen wir 15min früher, was eine gute Idee war. Ab 9.30 Uhr standen die Leute an, aber wir hatten unseren Platz.
Das Essen war okay und wir konnten uns schon mal an die Stäbchen gewöhnen.

Die Landschaft auf der chinesischen Seite unterscheidet sich stark von der Mongolei. Es gibt viele Berge und alles ist grün. Der erste Eindruck hat uns schon mal begeistert.

Angekommen in Peking bei fast 30°C …

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Fünf Nächte, vier Tage, drei Quadratmetern, zwei Fremde, ein Zug

Waggon 6 ist jetzt für 4 Tage & 5 Nächte unser Zuhause.
Nach den ersten Schlafschwierigkeiten haben wir uns an das Rütteln des Zuges gewöhnt und können das Schlafdefizit direkt am ersten Tag wieder einholen.
Unsere Tage bestehen im Großen und Ganzen aus: schlafen, essen, am Fenster stehen, lesen, Musik hören, quatschen. Mehr gibt es nicht zu tun & das ist auch gut so. Durch den Zug haben wir uns erhofft schnell in den Langzeit-Reisemodus überzugehen.
Ist uns gelungen!

In unserem Waggon befinden sich viele Nationalitäten: Malaysia/Singapur, England, Indien, Schweiz, Mongolei, Ein bunter Trupp aus 1 Familie, vielen Männern & wir.
Die meisten steigen in Ulan Bator aus, nur wenige fahren direkt bis Peking durch.

Häufig trifft man sich am Fenster und spricht über vergangene und zukünftige Reisen.
Unser Glück war, dass alle Englisch sprachen & Nicholas aus Singapur sogar Chinesisch konnte und wir dadurch mit unserem Zugbegleiter in Gespräch kamen. Wir erhielten wertvolle Tipps für unsere Weiterreise durch China und Malaysia.
Von Nicholas, dem Eisenbahnfan, haben wir auch erfahren, dass die niedrige Zugnummer nicht für Komfort steht (so war unsere Annahme) sondern für Pünktlichkeit. Wir hatten uns schon gewundert.

Die ersten Tage war es sehr warm im Zug und der Ventilator lief im Dauerbetrieb. 30°C auf so wenigen Quadratmetern und das 5 Tage ohne Dusche, dass kann spannend werden.
Zum Glück wurde es je östlicher wir kamen immer angenehmer. Am Baikalsee waren es im Zug noch 15°C und auch der befürchtete Geruch blieb aus.
Irgendwie hat es funktioniert sich mit dem eiskaltem Wasser sogar die Haare zu waschen.

Was uns das leben tatsächlich etwas schwer machte, war die Zeitverschiebung von 5 Stunden, unseren Rhythmus völlig durcheinander brachte.

Die russische Grenzkontrolle bietet das volle Programm: Sichtkontrolle, Spürhund, Personenzähler … nach knapp 2 Stunden war die Kontrolle erledigt und wir offiziell raus aus Russland.
Jetzt standen weitere 2 Stunden an der mongolischen Grenze an. Kurz vor 3Uhr Ulan Bator-Zeit war die Prozedur beendet und wir konnten schlafen.
Die Nacht war kurz, denn 6:30 Uhr wurden wir bereits wieder für die Ankunft in UB geweckt.

Der ganze Schlaf der letzten Tage hat sich in Luft aufgelöst und wir kommen extrem müde an.

Fazit unserer Transsib-Erfahrung:
Einmalig, lohnenswert und definitiv eine Erfahrung wert!

Vorstellung vs.Wirklichkeit

Wie es wohl sein wird?
Wir haben genug Zeit im Bahnhofscafe uns die Zugfahrt auszumalen. Wir wünschen uns auf jeden Fall eine mittelalte russische Frau und vielleicht eine Backpackerin. Irgendwo haben wir gelesen, dass die Abteile wenn möglich nicht gemischt werden.
Wir wollen uns auf jeden Fall mit der Schaffnerin gutstellen, die wir uns mit strengem Gesicht und einem Dutt vorstellen.
Wir werden viel schlafen und herumliegen – also total entspannt & ausgeruht in Ulan Bator ankommen.

Endlich ist es 23 Uhr und unser Bahngleis wir angezeigt. Wir schnappen uns die Rucksäcke, die wir vorher noch im Billa mit Getränken & Essen gefüllt haben, und gehen zu Gleis 1.
Der chinesische Waggon 6 ist unserer & der Schaffner, ein chinesischer Mann, bringt uns zu unserem Abteil.
Hmm, wo soll hier das Gepäck von 4 Personen hinpassen?
Gleich nach uns kommen unsere Bettnachbarn. Zwei schwedische junge Männer mit wenig Gepäck.

Pünktlich 23.45 Uhr legt der Zug ab & wir stehen am Fenster bei der Ausfahrt aus Moskau.

Gegen 1 Uhr machen wir das Bett fertig, die Laken hatten wir von Schaffner bekommen, und legen uns hin.

Es rüttelt, schüttelt & der Ventilator brummt.
Gegen 4 Uhr gibt es einen Ruck & es fühlt sich an, als ob unser Zug auf etwas gefahren wäre… ich schaue zu Sarah nach unten und sie liegt ebenfalls mit offenen Augen im Bett.
Ich fühle mich gerädert und hoffe auf baldiges Einschlafen!

Was kostet Moskau?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Moskau ähnlich teuer ist wie Deutschland aufgrund des aktuell guten Wechselkurses.

Süßes Stückchen: 60-170 Rubel je Bäcker
Latte Macchiato to go: 100 (200mL) -170 (400mL) Rubel
Latte Macchiato im Cafe: 170 Rubel
Snack im Cafe: 240-400 Rubel
Essen im Restaurant inkl. Wein: 1100 Rubel
Wasser im Supermarkt: 25-40 Rubel
1 Metrofahrt: 50 Rubel
Eintritt Kreml: 500 Rubel
Übernachtung im Hostel: 15€ im Doppelzimmer p. P.
Visum inkl. Agentur: 85€
Flug ab Berlin: 100€

Das teuerste unserer Reise sind die Transsib-Tickets die mit 700€ zu Buche schlagen.
Da der Zug wirklich leer ist, hätten wir die Tickets vielleicht auch vor Ort in Moskau Kaufen können . Aber wie wir nun im Zug erfahren haben Kann man leider nicht direkt am Bahnhof welche bekommen, sondern muss auch hier über eine Agentur gehen. Dies dürfe auch nicht sehr viel billiger sein, als unsere Agentur in Deutschland.

Alles in allem haben wir gut geplant & bleiben deutlich unter unserem Budget.

Fazit und Tipps für Moskau

Grundsätzlich ist Moskau eine westliche, moderne Stadt in der man viel unternehmen kann.
Wir haben uns hier jederzeit sicher gefühlt und uns wurde immer geholfen, wenn wir uns in Russisch nicht ausdrücken konnten.
Hinzu kommt, dass die Stadt extrem sauber ist.

Am besten haben uns die vielen Parks gefallen , in denen es eine Menge Angebote gibt. Häufig werden Fahrräder verliehen, es gibt Spielplätze, Freizeitparks mit Fahrgeschäften, Cafes und viel zum Ansehen z B. Skulpturen. In den meisten Parks wie auch in der Metro gibt es WIFI
Empfehlung von uns auf jeden Fall zum Skulptuenpark, Gorki Park und VDNKH! Ein weiterer schöner Park ist der Soloniki, der auf aufgrund des tollen Angebotes z.B. Rosengarten ebenfalls in die engere Auswahl gehört.

Gorki Park & Skulpturenpark: rote Metro bis Park Kultury, aber von der Innenstadt gut zu Fuß erreichbar
VDNKH: orange Metro Richtung Norden
Soloniki: rote Metro Richtung Norden

Einen tollen Ausblick hat man wie bereits beschrieben von den Sperlingsbergen.
Mit der roten Metro Richtung Süd-Osten bis Vorobyovy Gory, oben aussteigen, nach links hoch laufen und dann immer rechts halten bis zu großen Straße. Dieser weiter folgen über die Autobahnbrücke-man kann es nicht übersehen.

Bei schönem Wetter empfehlen wir den Weg nach unten Richtung Stadion zu laufen & sich am Fluß rechts zu halten. Hier ist ein nettes Strandcafe mit gemütlichen Sitzen und tollem Blick auf den Fluß.

In der Innenstadt gibt es viele Museen und Kirchen, die man besuchen kann.
In das Lenin Mausoleum am Roten Platz kann man bis 13 Uhr kostenlos hinein.
Der Kreml ist okay, aus unserer Sicht aber kein ‚must have‘.

Metrotickets gibt es immer direkt vor dem Zugang und mit einem Ticket kann man so lange fahren wie man möchte, solange man nicht aus der Station geht. Eine wirklich schöne Station ist die Mayakovskaya auf der grünen Linie.
Keine Eile eine Metro zu bekommen, spätestens in 2min ist die nächste bereits wieder da.

Fazit: Sehr schöne Stadt & auch für einen Städtetrip lohnenswert!

Essen in der Transmongolischen Eisenbahn

Grundsätzlich kann man im Restaurant des Zuges essen:
Frühstück: 400 Rubel
Mittagessen: 500 Rubel
Abendessen: 500 Rubel
Es ist reichlich & es gibt immer mehrere Gänge.

Getränke gibt es ebenfalls, sind aber relativ teuer z.B. 1 Tasse Instantkaffee = 70 Rubel.

Wir hatten uns bereits vorab mit Obst & Gemüse, Tee, Porridge, Instantkaffee, Brot und Getränken eingedeckt.
Unser Plan war zwischendurch selbstgemachte Speisen bei den russischen Frauen am Bahnsteig zu kaufen.
Wir hatten erst am 3. Tag an der Station Ilanskaya Glück auf die älteren Damen mit ihren Leiterwagen zu treffen.
Dort decken wir uns zum Abendessen + Snack für zwischendurch ein.
Pfannkuchen mit Quarkfüllung – sehr zu empfehlen
Kartoffelpuffer mit Fleischfüllung
gefüllte Brotteige mit Kartoffeln & Fleisch
Das Ganze gab es für knapp 2€ = 150 Rubel und war extrem lecker.

Auf den Leiterwagen war eine große Auswahl präsentiert: eingelegtes Gemüse, Kartoffeln, gefüllte Teigtaschen, eingelegte Gurken, Brot, Fleisch, u.v.m.
Viele im Zug haben die Damen nicht gefunden, da sie am Ende des Zuges auf der anderen Seite standen. Wir können nur jedem empfehlen nach ihnen Ausschau zu halten, da dieses Essen definitiv vorzuziehen ist.

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Die meisten hatten Instantnudeln dabei, gegen die wir uns verweigert hatten bis zum letzten Tag, da ist Sarah schwach geworden. Denn laut unserer Mitfahrer ist es keine richtige Transsib ohne Instantnudeln!

An jedem Bahnsteig gibt es kleine Hütten, wo ebenfalls Essen verkauft wird z.B. belegten Brot 90 Rubel, Instantnudeln 50-70 Rubel, gefülltes Brot mit Fleisch & Zwiebeln 90 Rubel.

Am Bahnhof Balabinsk gibt es auf der anderen Straßenseite einen Supermarkt, wo man Wasser (1,5l = 12 Rubel), Jogurt, Wurst, Obst & Gemüse kaufen kann.
Es gibt an dieser Station einen längeren Aufenthalt von 30 min, man sollte sich jedoch trotzdem beeilen, da man oft schon früher wieder einsteigen muss.

beeindruckend …

So ein Abend im Hostel mit anderen Gästen ist meist sehr interessant & man erhält den ein oder anderen guten Tipp.
VDNKH klang zunächst nicht spannend, aber war der Tipp des Vorabend.
Im Internet fanden wir dazu: Ausstellung der Errungenschaften der russischen Gesellschaft.
Am Morgen mit Kaffee & süßen Stückchen stiegen wir in die orange Metro.

So prungvoll wie es klang war es auch. Über 70 alte Pavilions oder Bauten sind auf einem riesigen Gelände verteilt.
Voller Fazination sind wir von Objekt zu Objekt gelaufen & kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.
Zusätzlich befinden sich auf dem Gelände Cafes, Museen, das Moskauer Aquarium, Fahrradverleih, eine Farm etc.
Es gibt jede Menge zu entdecken & bei gutem Wetter kann man hier sicherlich den ganzen Tag verbringen.

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Nach ca 4h zu Fuß und einem wärmenden Kaffee sind wir wieder in die Metro eingestiegen. Diese soll eine der schönsten der Welt sein & wir stiegen an einigen Haltestellen einfach nur aus, schauten uns um & stiegen wieder ein.

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Ein Tipp der Foren waren die Sperlingsberge & so fuhren mit der roten Metro zu einen Aussichtspunkt nahe der Moskauer Universität. Von hier oben hat man wirklich einen super Ausblick über die gesamte Stadt.
Außerdem befinden sich dort  alte Ski-Sprungschanzen und ein Sportpark.

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Den Abend haben wir in einer Bar mit sibirischem Bier & einem Barquizz ausklingen lassen.

Ein Zug fährt 120km/h und startet von A.
Ein anderer Zug fährt 240km/h & startet von B.
A&B liegen 210 km auseinander.
Beide starten um 18.30 Uhr.
Wann treffen sie sich?

Ereignis des Tages:
Die Freundlichkeit der Russen ist wirklich unglaublich. Wir wollten Postkarten kaufen, hatten jedoch nur große Scheine & uns konnte niemand wechseln. Eine junge russiche Frau, die deutsch sprach zahlte unsere Karten & sagte es ist ein Geschenk. Wir waren total überrascht & bedankten uns.

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Ankunft in Moskau

Nach einem knapp 2 stündigen Flug sind wir sicher in Moskau gelandet.
Die Einreise war überraschender Weise, nach den Visaformalitäten, sehr einfach und auch den Transport in die Stadt mit dem Aeroexpress fanden wir unkompliziert.
Von der Zugstation ging es zur Metro, wo alles nur in Russisch beschrieben war. Die verstaubten Russischkenntnisse waren dafür nicht ausreichend, aber ein Mann sprach uns in Deutsch an & half uns. Wir entschieden uns für ein 2er Ticket und stiegen in die Metro. Leider fuhren wir in die falsche Richtung & wir stiegen an der nächsten Haltestelle wieder aus & in die andere Richtung wieder ein. Wir wissen jetzt, dass man mit einem Ticket ewig fahren kann solange man nicht die Station verlässt!
Das Hostel hatten wir bereits in Deutschland gebucht, waren uns nach der Ankunft jedoch nicht mehr so sicher, ob das gut war. Das Haus ist Innen eine Baustelle & wir wußten nicht, ob wir wirklich nach oben müssen.
Ganz oben angekommen zeigte sich das Hostel von einer anderen Seite. Es ist eher wie eine WG-Wohnung & auf den ersten Blick sauber.
Der Zweite unter die Bettdecke war nicht so erfreulich, aber wir haben unsere Schlafsäcke dabei.
Die erste Erkundungstour konnten wir auch noch starten, da alles zu Fuß erreichbar war:
– Kreml
– Roter Platz
– Basilius Kathedrale
Die Stadt wirkt sehr freundlich & sauber und auch mit dem wenigen Russisch kein Problem.
Am Abend machten wir mit dem ersten russischen Essen Bekanntschaft – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen. Fazit: okay!

Nach mehreren anstrengenden Wochen haben wir dann erstmal ausgeschlafen.
Süße Stückchen & den Kaffee togo bekamen wir direkt um die Ecke und gingen dann gemütlich frühstücken im nahegelegenen Park.
Frisch gestärkt konnte unsere Sightseeing Tour beginnen.
Dabei stolperten wir erstmal direkt in den Moskauer Halbmarathon. Hätten wir glatt mitmachen können. . .
Am Fluss entlang zum Skulpturenpark, der sehr zu empfehlen ist, und weiter zum Gorki-Park.

Moskau zeigt sich definitiv anders als in unserer Vorstellung. Wir sind begeistert & es ist ein schöner Start unserer Weltreise.

Eindrücke: