Schwimmen mit Piranhas -unterwegs im Tieflanddschungel Perus

Unser nächster Stop Iquitos war der Ausgangspunkt für unsere Dschungeltour. Da sich auch hier Anbieter an Anbieter reiht, waren wir dankbar für den Tipp einer Machu Picchu Mitwanderin.

Direkt nach unser Ankunft liefen wir zu Amazonas Golden Snake und buchten unsere Tour ohne weitere Recherche. Uns war es wichtig, dass der Anbieter verlässlich und sicher ist und das traf zu.

Noch einen Tag Pause und am Montag brachen wir auf zu unseren 4-tägigen Tour. Da wir uns auf die Mitreisende und ihre Erzählungen verlassen hatten, fragten wir nicht allzu viel nach. So kamen wir in einen abenteuerlicheren Trip als wir dachten, da wir eine ganz andere Tour buchten.

Pünklich um 6 Uhr wurden wir wie versprochen abgeholt und die Privattour konnte beginnen, da wir die einzigen Teilnehmer waren. Auf der einzigen Straße, die aus Iquitos raus führt, führen wir ca. 2h bis nach Nauta, wo die Straße endet. Von dort ging es weiter mit dem Boot.

Nach weiteren 2h erreichten wir den Nationalpark Pacaya Samiria und meldeten uns an. Von dort waren es noch 30 min bis nach Buones Aires, einem kleinen Dorf am Fluß und unser erster Schlafplatz.

Dieses kleine Dorf liegt an einer Flußgabelung und das Wasser ist hier extrem fischreich, aus diesem Grund tummeln sich hier die ganze Zeit Delfine (grau und rosa). Sie sprangen vor unserem Boot auf, tauchten hindurch oder jagten die Fische und wir konnten alles ganz nach beobachten.

Delfine im Nationalpark Pacaya Samiria

Wir waren begeistert! So kann es weitergehen!

Nun zum anderen – abenteuerlichen Teil, der in den Erzählungen von Anna anders war. Wir schliefen nicht in einer Lodge sondern verbrachten die Nächte an verschiedenen Orten direkt am Wasser. Die erste Nacht schliefen wir bei einer Familie auf einer Luftmatratze und die anderen Nächte in einen Zelt nur mit Schlafsack auf den Boden. Es gab keine wirklichen Toiletten, sondern nur ein Loch im Boden mit zwei Holzbretter darüber, die einen Spalt auseinander lagen. Besonders spannend nachts, wenn man die Aussage hört: Seid vorsichtig, da sind häufig Schlangen! Da muss man dann nicht mehr aufs Klo und wartet lieber bis zum nächsten Morgen. Auch Duschen waren keine vorhanden. Alles wurde im Fluß gemacht, ob Duschen oder Geschirr gespült, ganz egal. Gekocht wurde auf einer offenen Feuerstelle. Das Camp war wirklich sehr einfach selbst Tische und Stühle waren nicht vorhanden und wir nahmen unser Essen auf einem Stamm sitzend ein. Abends wurde es sehr ungemütlich, da es sehr viele Moskitos gab und wir uns nur ins 2 Mann Zelt zurückziehen konnten. Trotzdem haben sie ums wahnsinnig oft gestochen und gerade unsere Oberschenkel und Füße waren von Stichen übersät.

Dschungeltour – unser Camp

Da wir nur zu Zweit waren richtete sich alles nach unseren Wünschen. Natürlich gab es grundsätzlich ein Programm, dies war jedoch jederzeit änderbar und nicht so fest wie bei anderen Touren. Zeitliche Begrenzungen gab es eigentlich nie außer es wurde dunkel oder zu unserer Abfahrt am letzten Tag.

Wir unternahmen einige Wanderungen durch den Dschungel, so auch am ersten Nachmittag. Unser Guide Lander ging mit der Machete voraus und schlug die ein oder andere Kerbe in eine Baum und kürzte die Äste. Typisch, er weiß wohl nicht wohin mit seiner Energie, dachten wir. Auf dem Rückweg erklärte sich dieses Verhalten jedoch, da wir ohne diese Markierungen den Rückweg nicht gefunden hätten (nur 1x nutzten wir einen Pfad).

Dschungeltour – unterwegs im Dschungel

Unser Laufweg entwickelte sich immer je nachdem was wir fanden oder sehen wollten

Dschungeltour – Pflanzenwelt

oder was er hätte z.B. Affen. 

Dschungeltour – Affen

Der Dschungel hat neben den größeren Tieren auch viele kleine Tiere zu bieten und wir hatten sogar eine Tarantel auf der Hand.

Dschungeltour – Schmetterlinge und andere kleine Tiere

Neben den Wanderungen waren wir auch jeden Tag mit dem Kanu unterwegs.

Dschungeltour – unterwegs auf dem Wasser

Vom Wasser aus gab es vor allem Define, die uns ständig umgaben, und verschiedene Vogelarten zu entdecken.

Dschungeltour – Vögel

Wir hatten sogar Glück und uns schwammen mehrere Male Otter entgegen und wir haben den riesigen Fisch Paiche auftauchen sehen.

Dschungeltour – Otter

Wir waren auch noch Piranhas angeln, die dann am Abend auf unseremTeller lagen oder im Dunkeln auf Kaiman- Jagd. Natürlich haben wir sie immer gleich wieder im Wasser gelassen.

Dschungeltour – Kaimanjagd und Piranha fischen

Unser Guide hat die Fische direkt mit der Hand aus dem Wasser geholt. Unglaublich! In den Gewässern gibt es unheimlich viele Fische und die Sardinen sind uns sogar ins Boot bzw. auf den Schoss gesprungen und haben uns vor allem im Dunkeln damit erschrocken.

Trotz der vielen Piranhas kann man in dem Wasser baden und da wir sonst keine Möglichkeit zum Waschen hatten, machten wir das auch. Einzig die Sardinen knabberten an uns. Die Delfine waren ebenfalls neugierig, behielten aber leider einen Sicherheitsabstand zu uns.

Am letzten Tag ging es nach einer Kanutour am Morgen wieder zurück nach Nauta, wo wir uns noch Hängematten für die Weiterfahrt kauften, und dann mit den Auto nach Iquitos. Gegen 17 Uhr waren wir wieder zurück und konnten sogar noch Tickets für das Boot am nächsten Tag ergattern. Dort lernten wir die  Besitzerin einer Agentur, eine Französin, die lange Zeit in Deutschland lebte, kennen. Sie ist mit einem Peruaner verheiratet und sie führen die Agentur zusammen mit seinen Bruder. Die Agentur heißt Amazon Bravo Xpedition und bietet ebenfalls ähnliche Touren zu vernünftigen Preisen an. Sie gehen nicht in den Nationalpark sondern auf die andere Seite des Flusses, die Aktivitäten- sind jedoch die gleichen. Auf uns haben sie einen sehr guten Eindruck gemacht und hätten wir sie früher entdeckt, hätten wir bei ihnen gebucht.

Wichtig ist, dass die Tour nicht zu günstig ist, da auch Guide, Boot, Koch bezahlt werden müssen. Mit mindestens 200 Soles (55€) pro Tag und Person muss gerechnet werden, was schon sehr wenig ist. In der Hochsaison muss mit deutlich mehr gerechnet werden.

Fazit: 

Wir waren im Dschungel und hatten richtig Glück mit den Tieren. Wir haben viel gesehen und unser Guide war extrem bemüht, aufmerksam und hat sich gut um uns gekümmert. Wer die Natur liebt und keinen Komfort benötigt ist hier genau richtig. Für uns war es, bis auf die Moskitos und einen ungemütlichen Abend, genau die richtige Art, diese schöne Natur kennenzulernen.

Wir hoffen sehr, dass es diese schöne Natur noch lange Zeit gibt. 

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2 Kommentare zu „Schwimmen mit Piranhas -unterwegs im Tieflanddschungel Perus“

  1. Hallo ihr zwei. Welch schöne fotos und berichte. Man merkt, wie begeistert ihr seid. Weiterhin so schöne Erlebnisse und passt gut auf. Lg Gisela

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