Machu Picchu muss man sich verdienen!

Machu Picchu muss man sich verdienen!

Natürlich müssen wir nach Machu Picchu, wenn wir schon in Peru sind. Wir wussten, es soll ein mehrtägiger Trip werden und dafür gibt es ein paar Optionen. 

1. Inka Trail – 5 Tage: kurzfristig nicht buchbar

2. Salkantay Trek – 4 Tage: tolle Wanderung auf bis zu 4700m; meistens Übernachtung in Zelten; kurzfristig buchbar; alternativ auch mit den Rainbow Mountains buchbar +1 Tag

3. Inka Jungle Trek -4 Tage: Mischung aus Fahrrad fahren, wandern, raften und Zipline; Übernachtung in Hostels, kurzfristig buchbar; alternativ auch nur 3 Tage möglich, da fällt jedoch die schönste Wanderung aus.

Es gibt mit Sicherheit noch viele andere Alternativen, die deutlich mehr oder weniger Tage umfassen. Für uns wäre die Wanderung nach Choquequirao und dann nach Machu Picchu eine Herausforderung gewesen. Diese Tour dauert jedoch 10 Tage und dazu sollte man wirklich fit sein. Das haben wir uns nicht zugetraut und es deshalb sofort wieder verworfen.

Aufgrund der Abwechslung entschieden wir uns für den Inka Jungle Trek, den wir einen Tag vorher buchten. Wir klapperten jede Menge Agenturen und Touranbieter ab, um für uns das „RICHTIGE“ zu finden. Letztendlich bieten jedoch alle nahezu das Gleiche und wir haben uns von unserem Bauchgefühl leiten lassen. Wir haben uns nicht für das Günstigste entschieden.

Man kann eigentlich alles optional zum eigentlichen Trek hinzubuchen: Zug, Zipline, Rafting, Besteigung Mountain in Machu Picchu. Das macht dann letztendlich auch die größten Preisunterschiede aus. Der Zug allein kostet schon zwischen 70-80$ und treibt den Preis nach oben. Die Alternative ist der Bus ab Hydro Elektica um 14/14.30Uhr. Dafür muss man Machu Picchu jedoch bereits um 11-12 Uhr wieder verlassen, da man bis zu dem Bus mindestens 2,5-3,5h läuft (je nach Lauftempo und Fitness). Natürlich kann man auch erst am nächsten Tag auf eigene Faust zurück nach Cusco fahren.

Wir haben direkt alles bei der Agentur (Sumac Coca Travel) gebucht, was sich im Nachgang als richtig erwiesen hat. Man kann auch vor Ort Rafting und die Zipline buchen, hat aber das 2-3 fache gekostet. Der Berg bei Machu Picchu sollte vorab gebucht werden, da es täglich nur 400 Tickets je Berg gibt. Machu Picchu Mountain ist meist kurzfristig noch buchbar, Huayna Picchu ist kurzfristig eigentlich immer ausgebucht und muss lange vorab (2-3 Monate) gebucht werden.

Bei unserer Tour wurden verschiedene Anbieter zu einer Gruppe zusammengefasst und jeder bekam das Gleiche für unterschiedliche Preise. 

Achtung: Es gibt auch schwarze Schafe bei den Touranbietern z.B. Trekking Cusco in San Blas. Hier wurde uns im Nachgang von Reisenden erzählt, dass nichts organisiert war und sie sich um alles selbst kümmern mussten (Essen, Eintritt, Rückfahrt etc.). Also lieber mehrmals rückversichern, was alles enthalten ist.

Unsere Gruppe bestand aus 15 Personen plus Guide. Der größte Teil war deutschsprachig (Schweiz, Österreich, DE), der Rest war bis auf 1 Franzosen südamerikanisch (Argentinen, Chile, Bolivien, Kolumbien). Eine gute Mischung -später mehr dazu!

Am 1. Tag wurden wir pünktlich um 7.30 Uhr abgeholt und zum Bus gebracht, zu Fuß. Unter Pick up hatten wir uns zwar etwas anderes vorgestellt, aber wir sind ja flexibel.

Danach ging es mit einem vollbeladen Transporter zunächst den Anhänger mit den Fährrädern holen und dann 4h bis nach Abra Malaga auf 4350m. Dort stiegen wir aus und bekamen die Fährräder und Ausrüstung zugeteilt und der Spaß konnte beginnen. Wir fuhren ca. 3h mit kurzer Pause bis nach Huaman Marca auf 1650m. Die meiste Zeit ging es, wie man den Höhenangaben schon entnehmen kann, bergab. Es hatte also nicht so richtig viel mit Mountainbiken zu tun, hat aber trotzdem Spaß gemacht ;o)

Mountainbiken – Inka Jungle Trek

Angekommen in dem kleinen Örtchen, ging es mit dem Bus nochmal ca. 30min nach Santa Maria zu unserer ersten Unterkunft. Dort bekamen wir spät Mittag und nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter zum Rafting.

Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung bekamen wir Helm, Oberteil, Schwimmweste und Paddel zugeteilt und los gings. Es war noch eine weitere Gruppe da, mit der wir auf die Boote verteilt wurden. Zusätzlich fuhr noch ein Sicherheitskanu mit.

Raften – Inka Jungle Trek

Nach dem Raften ging es wieder zurück zur Unterkunft, wo wir unsere nassen Klamotten aufhängen konnten und eine kalte Dusche nahmen. Das Abendessen gab es im Restaurant nebenan und es bestand aus Suppe (gibt es eigentlich immer zum Mittag und Abendessen in Peru), einem Hauptgang (Auswahl zwischen vegetarisch oder mit Fleisch) und einen Saft.

Der Abend war relativ kurz, denn zwischen 21 und 22 Uhr verabschiedeten sich alle, um für die lange Wanderung am Folgetag fit zu sein.

Am zweiten Tag stand die Wanderung von Santa Theresa nach Santa Maria bevor. Obwohl die zwei Orte nur 400 Höhenmeter unterscheidet, mussten wir über 1000 Höhenmeter überwinden und natürlich auch wieder nach unten. 

Während der Wanderung machten wir viele Pausen und unser Guide erklärte uns z.B. die Pflanzen am Weg.
Wir kreuzten den Inkatrail, hatten fantastische Ausblicke, fuhren mit einer „Gondel“ über den Fluss, ruhten nach dem Mittag in Hängematten und nach ca. 23km erreichten wir am Abend die heißen Quellen kurz vor Santa Maria.

Inka Jungle Trek – 2. Tag

Die heißen Quellen taten gut und wir trafen dort die Australier, mit denen wir den Colca Canyon gewandert sind, freuten uns sehr über das Wiedersehen und quatschten bis die zwei los mussten. Sie sind übrigens den Salkantay gelaufen, der wohl am 2. Tag sehr anstrengend gewesen sein muss. Danach gesellten wir uns wieder zu unserer Gruppe und standen eine weitere Stunde quatschend im Wasser bis wir verschrumpelt waren. Das tat so gut!

Danach ging es mit einem kleinen Bus in 10 min nach Santa Maria zum Hostel. Vier aus unsere Gruppe entschieden sich den Weg auf der staubigen Straße zu laufen. Unser Guide hatte wohl keine Lust auf wandern und wollte ihnen den Weg zeigen. Er trabte mit ihnen zum Ausgang, zeigte auf die Lichter des Ortes und sagt: „Follow the lights!“. Das war der Spruch der nächsten Tage.

Kurz vor dem Ort überholten wir sie und beim Abendessen waren wir alle wieder vereint.

Dieser Abend war nicht so kurz wie der vorherige. Nach dem Essen gab der Guide eine Runde Inka Tequilla aus, bei der es natürlich nicht blieb. Am Ende des Abends hatte die Gruppe 3 Flaschen Tequila geleert, denn die Gläser wurden mit der Zeit immer größer, und noch etliche Flaschen Bier. Erstaunlich was Südamerikaner vertragen. Irgendwann wurden auch die Glühbirnen ausgewechselt und zu der Partybeleuchtung die Musik eingeschaltet. Alle gesellten sich auf die „Tanzfläche“ zwischen den Tischen und kreisten die Hüften. 

Gegen 1 Uhr war der Abend beendet und pünktlich 6.20 Uhr saßen alle mehr oder weniger fit wieder am Frühstückstisch. 

Kurz nach 7 Uhr ging es mit dem Bus zur Zipline. Insgesamt gab es 5 Abfahrten über den Fluß und alle standen voller Vorfreude am ersten Seil, außer ich. Mir wurde leider erst hier bewußt, was wir gebucht hatten und der Berg schien unendlich hoch. Alle kamen heil auf der anderen Seite an, doch ich traute mich trotzdem nicht und stiefelte mit einem Guide bis zum dritten Seil den Berg hinunter. Dort traute ich mich mit einem Guide zusammen die Überfahrt und ich muss sagen: Es ist nicht so schlimm wie es aussieht! Ab da ging es dann alleine und hat sogar Spaß gemacht. Sarah hatte natürlich ab dem ersten Seil ihren Spaß.

Zipline – Inka Jungle Trek

Unten angekommen bestiegen wir wieder einen Kleinbus und fuhren bis nach Hydro Electrica zum Mittagessen. Nach dem Essen ging es direkt weiter und wir wanderten ca. 3h bis nach Augus Calientes bzw. Machu Picchu Pueblo. 

Den Nachmittag nutzten wir, um uns auf dem Markt für den Folgetag einzudecken und gemütlich einen Kaffee zu trinken.
Beim Abendessen verabschiedete sich unser Guide, da er dringend nach Cusco zurück musste, weil ein Freund einen schweren Unfall hatte. Wir bekamen einen Ersatzguide vorgestellt, der die Führung in Machu Picchu durchführte.

Heute hieß es früh ins Bett, denn die Nacht war um 4 Uhr bereits schon wieder beendet. 4.20 Uhr trafen wir uns an der Rezeption und um 4.30 Uhr liefern wir los zur Brücke. Dort war ab 5 Uhr Einlass und wir befürchteten schon eine lange Menschenschlange. Dem war jedoch nicht so. 5.10 Uhr hatten wir bereits die erste Kontrolle passiert und konnten die Stufen nach Machu Picchu in Angriff nehmen. Völlig verschwitzt kamen wir knapp 1 h und 2900 Stufen später an dem eigentlichen Zugang an, wo sich zu den Wanderern noch die Personen gesellten, die mit dem Bus gefahren waren.

Oben wurden wir von dem Guide in Empfang genommen und die Tour konnte beginnen nachdem alle den Einlass passierten. Pünktlich begann es zu regnen und in unseren Pochos liefen wir frierend dem Guide hinterher. 

Der Regen war auch nur von kurzer Dauer und der erste Anblick der Ruinen entschädigte alles. Es war wirklich beeindruckend!

Machu Picchu

Der Nebel löste sich ebenfalls allmählich auf und nach unserer Tour machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zum Machu Picchu Mountain, den ein Großteil unsere Gruppe ebenso gebucht hatte.

Der Aufstieg war beschwerlich, ging jedoch leichter als in der Früh und die ersten erreichten den Gipfel nach 1h 15min. Die letzten waren nach knapp 2h am Ziel und genossen den Ausblick bei einem zweiten Frühstück.

Mount Machu Picchu

Um 12 Uhr wurde der Berg geschlossen und wir traten den Rückweg an, der nur 30min dauerte und Muskelkater verursachte.

Machu Picchu

Ab jetzt konnten wir uns die Ruinen in aller Ruhe allein ansehen, denn die Menschenmassen wurden weniger.

Nachdem wir uns alle noch den Machu Picchu Stempel abgeholt hatten, liefen wir gegen 15.30 Uhr wieder nach unten und 1h später saßen wir am Tisch im Restaurant. Jetzt hatten wir uns eine Stärkung auf jeden Fall verdient!

Die Tour war nun zu Ende und wir mussten uns verabschieden. Die Gruppe ist über die letzten Tage wirklich zusammengewachsen und die ersten Verabredungen für die Zukunft sind gemacht.

Unser Zug fuhr um 18.20 Uhr und es war bereits dunkel und wir konnten nichts von der Landschaft sehen. Schade, daran hatten wir erst nach dem Kauf gedacht.

Knapp 2h später erreichten wir Ollantaytambo und sollten dort mit dem Bus abgeholt werden. Da alle ausstiegen und viele Menschen mit Schilden warteten, war es etwas chaotisch. Wir liefen durch und versuchten alle Schilder zu lesen, auf denen bis zu 20 Namen standen. Am Ende angekommen – nichts! Also wieder zurück und endlich fanden wir Sarah auf einem Schild!

Gegen 23 Uhr wurden wir an einem Platz in Cusco abgeladen und wir liefen ziemlich fertig zu unserem Hostel. 

Fazit: 

Es war toll, was mit Sicherheit auch an unserer Gruppe lag. Wir hatten viel Spaß und gute Unterhaltungen. Die Tour war gut organisiert und wir mussten uns um nichts kümmern. 

Wir können jedem eine Tour zum Machu Picchu, egal welche, empfehlen. Dieses beeindruckende Bauwerk gemeinsam zu erwandern und zu erklimmen hat es für uns noch erlebnisreicher gemacht.

Machu Picchu ist definitiv ein MUSS, bei einem Perubesuch -mit oder ohne Tour!

Kosten:

Die Tour ohne Zug und Aktivitäten gibt es bereits ab 130$, je nach Verhandlungsgeschick.
Zug: 70-80$
Zipline: bei Agentur = 15$ – 30$; vor Ort 30$
Raften: bei Agentur = 10$-30$; vor Ort 30$
Berg Machu Picchu: 8$ – Huayna Picchu ist etwas teurer

Alles in allen gibt es die komplette Tour ab ca 240$. Für Studenten gibt es zusätzliche Rabatte und da ist die Tour bei guten Verhandlungen schon ab 200$ möglich.

Wichtig ist, dass es für diesen Preis keinen Luxus gibt! Wir hatten immer einfaches, aber gutes Essen und auch die Unterkünfte waren sehr einfach, aber sauber. 

Preise sind immer in US-Dollar.

Zusatzkosten:

Überfahrt über den Fluß: 10 Soles (2,70€)
Heiße Quellen Santa Maria: 10 Soles (2,70€)
Bus von Agues Calientes nach Machu Picchu: 12 $ einfache Fahrt
Getränke und Snacks: Gibt es in jedem Ort zu vernünftigen Preisen, außer auf Machu Picchu.
Mittag- & Abendessen am letzten Tag

Blick auf Machu Picchu vom Machu Picchu Mountain
%d Bloggern gefällt das: