Colca Canyon – Do it yourself!

Eigentlich wollten wir nur nach Arequipa, um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen. In Gesprächen mit anderen Backpackern wurden wir jedoch immer gefragt: Ah Arequipa, geht ihr auch zum Colca Canyon? Wir hatten leider keine Ahnung, aber nach dem 2. Mal machten wir uns schlau und entschieden: definitiv!

Wir wollten keine geführte Tour machen, da wir darüber wenig positives gehört hatten und es gut allein machbar war. Im Hostel sind wir mit 2 Australiern ins Gespräch gekommen und entschieden zusammen zu gehen. Jeder von uns googelte etwas, wir warfen alle unser Infos zusammen und der Plan stand.

Mit dem Bus bis nach Cabanaconde und von dort laufen wir los. 

Hier für alle ein paar Infos, die diese Tour auch allein machen wollen.

1.  vom Busbahnhof Arequipa bis nach Cabanaconde 
☆ Dauer: ca. 6h inkl. 30min Zwischenstopp in Chivay
☆ Preis: 17 Soles einfache Strecke
☆ Abfahrtszeiten: 1 Uhr, 2 Uhr, 3.30 Uhr, 9.30 Uhr, 11 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr
☆ Busunternehmen: Es gibt verschiedene (Reyna, Andalucia, Milagros), die jeweils zu anderer Zeit fahren:
     – Reyna fährt z.B. 1 Uhr & 11 Uhr, 
     – Andalucia fährt 2 Uhr & 9.30 Uhr und 
     – Milagros fährt u.a. 3.30 Uhr
☆ Tickets können nur am Busbahnhof gekauft werden.
☆ Beim Einstieg in den Bus muss zusätzlich 1,5 Soles (0,40€) gezahlt werde.
☆ Warme Klamotten für die Fahrt am frühen Morgen mitnehmen, da der Bus bis auf 4800m fährt und es dann sehr kalt wird.

2. Kartenmaterial würde ich nicht kaufen sondern nur im Touristenbüro holen. Die gekaufte Karte ist meines Erachtens schlechter.

Karte Colca Canyon

3. Übernachtungsmöglichkeiten haben wir in fast jedem Ort gefunden und es war immer etwas frei.

4. Ausreichend Wasser mitnehmen mindestens 3-4l pro Person. Kann jedoch auch in den Orten gekauft werden, ist aber ziemlich teuer ca. 10 Soles (ca. 2,75€) für 2,5l.

5. Essen gibt es in den Orten, Snacks für unterwegs sind aber ratsam.

6. Hitze nicht unterschätzen: Hut/Mütze + Sonnencreme = Pflicht

7. Eintrittstickets (70 Soles = 23€) können an der Touristeninfo in Chivay oder Cabanaconde gekauft werden (wenn offen).

Wir wollten die Tour in zwei Tagen bewältigen und schon am nächsten Tag los, also entschieden wir uns für den spätesten Bus in der Früh. Mitchell und Christie kauften die Tickets am Vorabend, da wir noch mit der Stadttour unterwegs waren und wir bestellten das Taxi für 3 Uhr zum Hostel.

2.30Uhr klingelte der Wecker und pünktlich um 3 Uhr zogen wir vier mit unseren vollgepackten Tagesrucksäcken los.

Der Bus fuhr tatsächlich pünktlich ab und war sogar so bequem, dass wir alle noch etwas schlafen konnten. Kurz vor 7 Uhr erreichten wir Chivay, wo wir 30 Minuten Zeit hatten. Dort wollten wir unsere Eintrittstickets (Boleto Turistico) kaufen, das Büro hatte jedoch noch geschlossen. An dem kleinen Busbahnhof gibt es ebenfalls die Möglichkeit Snacks, Getränke oder einen warmen Kaffee zu kaufen.

7.30 Uhr fuhr der Bus weiter und die Ruhe der ersten 3,5h war vorbei. Der Bus hielt überall wo jemand zusteigen wollte und im Nu waren alle Plätze gefüllt und die Leute standen im Gang. Zur Ankündigung des Busses hupte dieser vor und in jedem Ort wie verrückt, damit es auch wirklich jeder mitbekam. Ich frage mich, ob der Bus 2,5h früher das genauso macht?! Die Straßen durch die Orte waren teilweise so eng, dass wir das Hupen ebenfalls als Sicherheitsmaßnahme empfunden haben, damit niemand aus dem Haus tritt beim Vorbeifahren.

Die Landschaft ist bereits bei der Fahrt ein Traum und man bekommt einen Vorgeschmack auf den Canyon.

9.30 Uhr erreichten wir Cabanaconde und gingen dort zum Touristenbüro, um unsere Tickets zu kaufen. Wir bekamen dort zwar nochmal Informationen, aber der Ticketverkäufer war gerade nicht da. Wir sollten einfach loslaufen und er würde uns unterwegs bestimmt begegnen. Tat er nicht….

Nachdem es noch eine kleine Parade gab, wir noch Wasser und Snacks gekauft haben, sind wir letztendlich erst 10.15 Uhr losgelaufen. Leider zu spät für die Condore, die in den Morgenstunden aufsteigen.

Kurz nach dem Ortsausgang schloss sich uns noch eine weitere Wanderin an und wir gingen Richtung San Juan de Chuccho. Es ging ausschließlich nach unten und wir bewältigten fast 1000 Höhenmeter auf steinigen Wegen mit fantastischem Ausblick. 

Nach ca. 4h inkl. 30min Pause erreichten wir San Juan und wir merkten unsere Beine bereits. Direkt hinter der Brücke nahm uns eine Frau in Empfang und bot uns eine Unterkunft an. Wir lehnten ab, da wir in Sangalle schlafen wollten, folgten ihr jedoch für ein kühles Getränk.

Nach weiteren 30 min Pause ging es mit einer Abkürzung zu den Dörfern Cosnirhua und Malata. Die Abkürzung stellte sich jedoch als ein wenig abenteuerliche hieraus und wir würden jeden empfehlen den richtigen Weg zu nehmen. Zeit hat uns die Abkürzung ebenfalls nicht gespart.


Nach weiteren 2h hatten wir die Oase von Sangalle im Blick und es ging nochmal 30min abwärts. Tipp: Vor dem Abstieg steht ein älterer Mann und verkauft Getränke zum günstigsten Preis im Canyon (6 Soles für 2,5l Wasser). Wir waren froh, dass wir das Dorf noch vor Sonnenuntergang erreichten und schlossen uns der Slowakin an, die ein Hostel reserviert hatte. Wir hatten Glück und auch für uns gab es noch Bungalows für 20 Soles (ca. 5,50€) pro Person. Die Bungalows waren sehr einfach, es gab warme Duschen und sogar einen Pool, der nach der Wanderung sehr erfrischend war.

Für 15 Soles (4,10€) bekamen wir eine Suppe, Nudeln mit Tomatensauce und Käse und einen Tee. Top! Für den Morgen bestellten wir noch Frühstück für 8 Soles (2,20€) bestehend aus 2 Brötchen, Marmelade, Käse und Kaffee.

Die Unterkunft Garden Eden, wo wir übernachtet haben, ist schon eine bessere Unterkunft in Sangalle und wenn man möchte, kann man noch günstiger in anderen Unterkünften übernachten.

Danach fielen wir um 20.30 Uhr ins Bett und schliefen sofort ein.

Am nächsten Morgen klingelte um 4.45 Uhr der Wecker und um 5 Uhr saßen wir am Frühstückstisch. Wir hatten die Busticket für die Abfahrt um 11.15 Uhr gekauft und der Aufstieg, diesmal 120om sollte ca. 4 h dauern. Der Aufstieg war tatsächlich nicht so schlimm wie gedacht und ist in 3-4 h machbar. Da ich jedoch mit Magenkrämpfen wanderte, mussten wir leider viele Pausen machen und wir benötigten etwas mehr als 4h. Aber: Ich habe es ohne Muli geschafft.  

Wir hatten sogar noch Zeit und kehrten in ein tolles Restaurant in Cabanaconde ein. Für mich gab es Suppe und Cocatee, für den Rest Alpakasteak oder Schokocrepes und Kaffee.


Um 11.30 Uhr fuhr der Bus übervoll ab und bis Chivay hatten die Sitzplatzreservierungen gefühlt keine Gültigkeit. 

Gegen 17 Uhr waren wir zurück in Arequipa und kauften noch unsere nächsten Busfahrkarten, die wir am nächsten Tag wieder tauschen mussten, da die Magenkrämpfen weiter anhielten. Puno fällt somit aus dem Programm und nach weiteren Tagen in Arequipa werden wir direkt nach Cusco fahren.

Fazit: Anstrengend, aber lohnenswert und definitiv alleine machbar. 

Wir hatten eine tolle Wandergruppe und jede Menge gute Gespräche während der vielen Stunden!

Das nächste Mal würden wir bereits am Vorabend nach Chivay oder Cabanaconde fahren, am Morgen den Cruz del Condor besuchen und danach von dort loswandern (zusätzlich ca. 8km fast gerade).

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2 Kommentare zu „Colca Canyon – Do it yourself!“

  1. Hallo,ihr beiden.Hoffentlich gehen die Magenkrämpfe bald vorbei.Arme Elke,weißt Du,wo Du Dir das eingefangen hast?Liebe Grüße von den Steinheimern

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