Eine lange Fahrt nach Laos

Im Regen verlassen wir Guilin, vollgepackt mit Essen und Getränken, da wir noch nicht wissen wann wir in Laos ankommen.

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Mit nassen Schuhen erreichen wir den Bahnhof in Guilin. Leider kam uns erst danach die Idee, die wasserfesten Wanderschuhe anzuziehen.
Jetzt versuchen wir verzweifelt die Schuhe und Socken im Zug trocknen zu lassen und belästigen andere mit unserem Geruch. Naja, ist nur die Revanche für das Schmatzen und Schlürfen. Hmm, wir haben Kopfhörer mit Musik, ob sie Nasenklammern dabei haben?

Ein letzter Blick aus dem Zug auf die schöne Landschaft um Guilin:

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Hier unser Reiseplan:
1. Schnellzug von Guilin nach Nanning – ca 2,5h
2. Nachtzug von Nanning nach Hanoi – ca. 10h
Danach gibt es mehrere Alternativen. Unsere liebte Wahl wäre noch einen Flug von Hanoi nach Vientiane oder Luang Prabang zu erwischen, da wären wir tatsächlich in 1h in Laos.
Falls das nicht klappt soll es einen Nachtbus von Hanoi nach Vientiane geben. Dazu haben wir einige Horrorgeschichten gelesen und würde mindestens 24h dauern. Wir haben den Ticketservice bereits angeschrieben, aber auch nach 5 Tagen keine Antwort erhalten (ein weiterer Grund für unsere spontane Flugentscheidung).
Da wir nicht wissen wo dieser Bus abfährt, haben wir eine weitere Alternative gesucht. Wir würden dann mit dem Zug bis Vinh (Vietnam) und von dort mit dem Bus oder mehreren nach Laos reisen, was wahrscheinlich mindestens 48h dauern würde.
Wir hoffen auf unser Glück.

Guilin bis Hanoi
Unser Zug von Guilin war wieder pünktlich, so wie wir es von den Schnellzügen in China gewöhnt waren.
Unseren Aufenthalt in Nanning verbrachten wir mit Leute beobachten und Musik hören und 18:05 Uhr startete unsere Fahrt nach Hanoi.
Unser Zug sah aus wie die Transsib, nur rot und älter.
Drinnen erlebten wir eine Überraschung! Der Zug war zwar älter, aber deutlich sauberer, die Betten waren bereits gerichtet, jeder hatte 2 Kopfkissen und es standen Schlappen bereit. Es gab separate Waschräumen, die Toilette war sauber und es hing sogar eine Duftkugel darin. Warum war das in der Transsib nicht? War doch auch ein chinesischer Zug!
Unsere Fahrkarten sind ebenfalls sehr interessant. Es ist das erste Mal, dass wir sie lesen können. Es ist alles auf deutsch und russisch beschrieben. Bei der Transsib dachten wir noch es liegt daran, dass wir sie von Deutschland aus gekauft hatten. Ist wohl immer so.

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In unserem Abteil war noch eine Vietnamesin, die englisch sprach und ein älterer Chinese, der unendlich laut schnarchte.
22.10 Uhr wurde überall Licht angeschaltet und 22.15 Uhr kamen wir an der chinesischen Grenze an.
Wir mussten dieses Mal mit Sack und Pack den Zug verlassen und in ein Gebäude gehen. Dort wurden die Sachen zuerst durchleuchtet und danach anstellen in die Reihe für die Passkontrolle. Alles ohne Probleme und wir bekamen den Ausreisestempel.

Das Witzige war, dass man den Beamten danach noch bewerten durfte/sollte. Es gab 4 Smiley-Buttons: sehr zufrieden, zufrieden, zu lange Wartezeit, schlechter Service. Wir haben natürlich sehr zufrieden gedrückt. Was passiert wohl, wenn man ’schlechter Service‘ drückt?

22.45 Uhr waren wir wieder im Zug und 23.30 Uhr ging es weiter.
Um 0.25 Uhr die gleiche Prozedur auf der vietnamesischen Seite, nur nicht so professionell. Wir erhielten eine Aufenthaltsgenehmigung bis 29.06.2016, da Deutsche bis 30.06.2016 kein Visum benötigen.

Das Merkwürdige war, dass ich von mehreren Chinesen angesprochen wurde (während ich auf Sarah wartete) ob ich Geld gezahlt hätte. Ich verneinte und das fanden sie verwunderlich. Die Grenzbeamten ließen mich auf Sarah warten, hielten mich aber möglichst von Chinesen fern.
Ein Chinese erläuterte mir, dass sie jedes mal TIP geben mussten und wenn es nicht genug war bekamen sie den Pass nicht.
Nach 30 min waren wir wieder im Zug, die Chinesen kamen erst 1h nach uns und danach fand noch eine Diskussion in unserem Abteil statt.
Ab und zu sah uns der Chinese an und gab eine kurze Zusammenfassung in Englisch.
Eine weitere Stunde später setzte sich der Zug wieder in Bewegung, wir stellten die Uhr 1h zurück und versuchten zu schlafen.

5.30 Uhr waren wir am Bahnhof in Hanoi, wenn man das Bahnhof bezeichnen kann, und liefen zu dem Flughafen in der Nähe.
Da wir bereits 1 h um den Flughafen liefen und wir den Weg zum Terminal nicht fanden, befragten wir die Leute und hatten bei einer jungen Frau Glück, denn sie sprach Englisch. Sie begleitete uns auf dem Weg und erklärte uns beim Laufen, dass es ein kleiner Flughafen ist.

Klein?
Gibt es noch einen?
Ja den internationalen Flughafen, sehr weit weg.
Dann müssen wir zu dem!
Wie ohne Dong? – Das Taxi wollte keine Dollar von uns.

Sie verhandelte mit dem Fahrer und für $20 wurden wir zum richtigen Flughafen gefahren.
Einen Dank an die Aquabike-Damen!! Das Geld wurde gut angelegt.

Da wir Glückskinder sind sitzen wir jetzt (etwas müde) mit Tickets nach Luang Prabang in der Hand am Flughafen, trinken Kaffee und surfen im Internet.

Wir melden uns aus Laos!

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