Tour in die Gobi

Um 8.30 sollte es losgehen, doch nur Elke & ich waren rechtzeitig fertig. Doljma (Sunpath) hat die anderen mitreisenden dann geweckt und nach hektischen 30min konnten wir 9 Uhr starten.
Als wir unter ankamen staunten wir nicht schlecht, denn wir hatten mit einem 4×4 Geländewagen gerechnet. Stattdessen erwartete uns Nostalgie pur. Versuchen wir mal es zu beschreiben:
Es war ein alter, grauer russischer Armeewagen , eine Mischung aus VW Bulli T2 und der russischen Ausgabe des A-Team Vans. Die genaue Bezeichnung ist UAZ 2206.
Im Inneren war sehr viel Platz und es gab viel zu entdecken. Die Sitze waren zwei einander zugewandte Bänke auf denen 6 Leute bequem Platz finden können . Wir waren nur zu viert in diesen Auto und hatten somit mehr als ausreichend Platz. Auf den Bänken lagen Fransenteppiche und Rattanauflagen. Zur Innendekoration gehörten blaue Vorhänge, eine Weihnachtslichterkette am Dachfenster und es baumelten ein paar Chucks neben SpongeBob an der Decke. Der Geruch im Wagen wurde durch den Kanister mit Benzin im Kofferraum bestimmt gepaart mit einem Hauch Duftbaum. Man gewöhnt sich an alles 😉
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Ein zweites Auto mit 3 weiteren Leuten machte unsere Reisegruppe komplett. Jedes Fahrzeug hatte noch einen Fahrer & einen englischsprachigen Guide. Unser Fahrer hieß Baagii und der andere war Dauka. Unsere zwei Guides waren Frauen und hießen Boogii & Punjee.

Es konnte losgehen!

1.Tag:

Unser erster Weg führte uns in ein wahres Paradies von Supermarkt mit einer überdimensional großen Süßwarenabteilung. Jeder konnte sich noch mit Snacks, Klopapier & Feuchttüchern eindecken. Und das haben alle mehr als ausreichend genutzt. Die Süßigkeiten sollten nicht ausgehen!
Jetzt konnten wir starten, doch nach 10km fuhr unser Auto rechts ran – kein Benzin mehr – das ging ja gut los !! Und nach einer weiteren Stunde der zweite Stopp. Diesmal ein Plattfuß beim anderen Wagen. Doch auch dieser war schnell gewechselt und wir hatten Zeit, um uns etwas die Beine zu vertreten.
In diesem Tempo hätten wir unser Tagesziel von 400km nie erreicht. Ab jetzt passierte jedoch nichts mehr.
Wir hielten kurz an einen sogenannten Owo, dies ist ein Steinhaufen mit bunten Tüchern dran. Er dient als Landmarkierung und hat auch eine religiöse Bedeutung. Man wirft einen Stein auf den Haufen und umrundet ihn 1 oder 3x . Man wünscht zum Beispiel eine sichere & gute Reise.
Die Farben haben ihre Bedeutung
Gelb: Sonne
Weiß: Mond
Blau: Himmel
Zum Mittagessen kehrten wir in einem Roadhouse ein. Ich hatte Kamelfleisch mit Kartoffelbrei, Reis und Krautsalat und für Elke die vegetarische Variante Eisalat, Reis & Gemüse.
Auch die Toiletten sind eine Beschreibung wert. Unser Guide warnte uns vor, dass wir uns nicht auf die Bretter setzen sollten. Nachdem wir die Toiletten gesehen hatten ist es uns ein Rätsel wie man jemals auf diese Idee kommen kann.
Eigentlich sind es nur Löcher im Boden über denen ein Holz -oder Metalhäuschen steht, mal mit- mal ohne Tür und es gibt zwei Bretter auf die man sich stellen muss.
Damit ihr auch eine Vorstellung davon habt, hat Elke für euch gemalt:
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Danach ging unsere lange Fahrt weiter. Die meiste Zeit schliefen wir, da wir noch unter dem Jetlag litten.
Abseits der asphaltierten Straße hatten wir das erste Mal die Möglichkeit Kamele aus der Nähe zu sehen. Dann hielten wir am mongolischen Grand Canyon, dem sogenannten „White Stupa“ = Tsagaan Suvraga . Einer unserer Mitfahrer hatte eine Drone dabei und hat richtig gute Aufnahmen aus der Luft gemacht. Auch wir hatten unseren Spaß, wie ihr unschwer erkennen könnt:
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Unsere Gastfamilie in deren Jurte wir übernachtet haben ist zur Zeit mit dem Umzug in ihr Sommerquartier beschäftigt. Da ihr Pickup nicht mehr angesprungen ist, haben wir sie einfach kurzerhand abgeschleppt. Dabei hat es unseren Guide Puujee beim Abspringen vom fahrenden Pickup so dermaßen langgelegt, da sie dachte Sie könne einfach stehen und müsse nicht noch weiterlaufen.
Zum Abendessen gab es Pasta mit getrockneten Kamelfleisch zubereitet von der Frau des Hauses. Ich fand es etwas intensiv und gewöhnungsbedürftig. Für Elke gab es eine fleischfreie Variante.
Leider hatten wir keinen weiteren Kontakt zur Familie. Diese Nacht verbrachten wir zu 7. in einer Jurte, die intensiv nach Ziege & Schaf gerochen hat.
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2.Tag:

Der heutige Tag sollte uns von der Mittelgobi in die Südgobi führen. Nach dem Frühstück konnte ich mit Dauka noch eine kurze Runde auf dem Motorrad drehen . 2oo km Fahrt standen wieder auf den Programm. Davon allerdings viel querfeldein „bumpy road“.
Die erste kürzere Wanderung ging ca. 500 m in eine Schlucht zu einen Gletscher. Der Schnee dort war wie gemacht für eine spontane Schneeballschlacht, an der sich fast alle beteiligten. Die zweite längere Wanderung (5km) im Gobi Gurban Sacchan NP ging von einem zuerst breiten Tal in eine schmalere Schlucht über, deren Boden mit Schnee & Eis bedeckt war. Hier gibt es Kühe, Pferde und die größten Greifvögel der Mongolei. In kleinen Höhlen im Boden leben quietschende „Pikatschu’s“ . Sie sehen aus wie zu groß geratene Hamster.
Das Museum am Parkeingang gab uns noch ein paar Infos über Fauna & Flora des NP.
Interessant waren auch die Einschätzungen unserer Guide im Bezug auf Entfernungen. Wir sollten vom Museum zum Camp laufen, damit sie schon das Abendessen vorbereiten Konnten. Es wäre nur 1-2km entfernt. Witzig dass es direkt hinter dem nächsten Hügel lag und keine 300m weit weg.
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Diese war die schönste Jurte auf unserer Tour. Aber seht selbst. . .
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Die Türen sind immer nach Südosten ausgerichtet, da der kalte Wind aus Nordwesten kommt. In der Mitte steht ein Ofen, den sie mit Kameldung anheizen. Die orange Farbe des Daches & der Dachstreben soll die Sonnenstrahlen darstellen. Wir hatten sogar eine kleine Garderobe und einen Spiegel.

3.Tag:

Ein weiterer Tag von 180 km Fahrt stand an. Doch nach ungefähr 1h hielten wir plötzlich. Vom anderen Auto war keine Spur. Nach einem prüfenden Blick unseres Fahrers ums gesamte Fahrzeug war klar – wir machen Pause. Er reparierte die Antriebswelle einfach so im Nirgendwo. Er benötige 1h dafür und war danach sichtlich zufrieden mit seiner Arbeit.
Wir nutzten die Zeit wieder für ein paar Bilder. . .
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Schon von weitem konnten wir die Sanddüne sehen und viel besser war noch, dass wir fast daneben unser Camp hatten. Nach dem Mittagessen hatten wir eine nette Unterhaltung mit dem Kamelhirten. Wir mußten jeder eine volle Schüssel Vodka trinken & etwas von seinem Schnupftabak aus dem Snif nehmen. Dies gehört hier zur Gastfreundschaft und so hatten wir uns den Kontakt zu Einheimischen vorgestellt.
Seine Einladung, beim Zusammentreiben der Babykamele behilflich zu sein, nahmen wir mit Begeisterung an.
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Danach sind wir zusammen mit Martin & Vergard (2 Norweger) auf den Kamelen zur Düne geritten. Wir hatten nicht viel Zeit, wollten aber unbedingt schon auf die Dünen und mussten uns beeilen. Es war sehr windig und heiß, was uns den Sand in die Augen wehte und den Aufstieg mühsam machte. Doch ich hab es bis oben geschafft. Elke wollte sich ihre Kraft für den 2. Aufstieg später sparen.
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Nach dem Abendessen machten wir uns wieder auf den Weg zur Sanddüne, um von da aus den Sonnenuntergang zu beobachten.
Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Dss Ereignis des Abends überaschte uns bei unserer Heimkehr von der Düne. Drei kleine Babygoats hatten unsere Jurte verwüstet, Klopapier gefressen und so manches am Boden oder auf dem Bett hinterlassen. Der Schlafsack und die Matratze unseres Franzosen war nass und roch nach Ziegenpisse.
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4.Tag:

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der Familie und stiegen wieder ins Auto. 170 km Fahrt lagen wieder vor uns.
Zum Mittag sind wir im Camp und essen dort. Diesmal ist es wieder ein Touristencamp und es gibt sogar eine Dusche, die wir alle trotz des kühlen Wassers nutzen.
Wir konnten auch den Aufbau einer Jurte beobachten.
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Nach dem Mittag fuhren wir zu den Flaming Cliffs, die sich ganz in der Nähe befanden und wo das erste Dinoei gefunden wurde.
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Den Rückweg ca 3-4km ins Camp haben wir zu Fuß zurückgelegt.
Puujee und Boogii sind gefahren und haben in der Zwischenzeit das mongolische Barbeque vorbereitet.
Das mongolische Barbeque unterscheidet sich stark von deutschen. Es wird in eine großen Schale Wasser erhitzt und das Fleisch hinzu gegeben. Das Ganze wird dann mit heißen Steinen bedeckt. Auf die Steine werden Kartoffeln und Karotten gelegt, mit Pfeffer und einer Gewüzmischung bestreut und mit einem Deckel bedeckt. Nach einer Stunde ist es fertig und schmeckt super.
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Unseren letzten gemeinsamen Abend haben wir mit unseren Süßigkeitsresten und Rum verbracht.

Die Gruppe war wirklich super, wir haben uns gut verstanden und sehr viel miteinander gelacht. Somit waren auch die langen Fahrten nie langweilig.
Mit uns gereist sind ein französisches Paar und eine Amerikanerin alle zwischen 31-35 Jahren und auf Weltreise und 2 jungen Norweger Mitte zwanzig und nicht auf Weltreise 😉.

5.Tag:

Bis zum Mittag fuhren wir noch gemeinsam, danach trennten sich unsere Wege und wir hatten das Auto für uns.
Alle anderen haben noch 3 bzw. 5 Tage vor sich und erkunden jetzt die Zentralmongolei.
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Bei uns stand nur fahren auf dem Programm, da wir so nah wie möglich an UB kommen mussten.
Es war wirklich warm und dadurch erhitzte das Kühlwasser immer wieder und wir benötigten die ein oder andere Pause mehr z.B. an einer schöneren buddhistischen Gebetsstätte.
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Das war jedoch die Ausnahme, denn viele Kilometer kam einfach nichts, nur Kamele, Ziegen und Schafe waren zusehen.

Aufgrund der Hitze und des starken Windes sind wir nicht so weit gekommen wie geplant und mussten einen anderen Schlafplatz finden.
Wir hielten an einer Jurte und Baagii fragte, ob wir übernachten dürfen. Ja war die Antwort und wir nahmen unseren Schlafsack und traten ein.
Hier lebte eine ältere Frau mit ihrem erwachsenen Sohn und einer Verwandten, die mit den Tieren hilft. Boogii kochte für uns Abendessen und unterhielt sich währenddessen mit der Frau bzw. übersetzte für uns.
Die Jurte war schön gestaltet und gut ausgestattet. Sie hatten ein Telefon, Fernseher, Radio, Tiefkühltruhe und sogar eine Waschmaschine.

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Später zeigte sie uns noch typische mongolische Spiele mit Knochen. Der Knochen hat 4 Seiten und je nachdem wie er fällt, ist es ein Pferd, ein Kamel, ein Schaf oder eine Ziege. Währenddessen schaute die Familie fern.

Es gab hier nur eine Jurte und als es dunkel war, wurde der Tisch weggeräumt, Decken ausgebreitet und Boogii und wir schliefen dort nebeneinander. Die Zwei anderen Frauen legten sich in die Betten und die Männer schliefen im Auto.

Das ist so unglaublich anders hier. Niemand kannte sich vorher. Es ist unvorstellbar, dass in DE jemand klingelt und fragt, ob er bei dir schlafen darf. Der Fremde dann in deiner Wohnung/Haus für sich kocht und wenn man schlafen geht legt er sich neben dein Bett auf den Boden.

Wir haben erstaunlich gut geschlafen .

6. Tag:

Ziel war es gegen Nachmittag in UB zu sein.
Zwischenstopp war an dem Roadhouse, wo wir am 1. Tag Mittag gegessen haben. Wir aßen wieder dort, diesmal selbstgemachte Nudeln mit Gemüse und danach haben wir das Auto gewechselt und uns von Baagii und Boogii verabschiedet. Die Zwei nahmen die nächsten Touristen bereits in Empfang und die Tour ging für sie von vorne los.

Unser nächste Stopp war der tolle Supermarkt in UB, damit wir uns für die nächsten Tage eindecken konnten und gegen 16 Uhr waren wir zurück im Hostel.

Fazit: Es war eine rundum gelungene und erfahrungsreiche Tour, die wir auf jeden Fall weiter empfehlen! Unsere Guides haben gutes Englisch gesprochen und uns viel von Land und Leuten gezeigt. Wir haben jeden Tag eine völlig andere Umgebung gesehen Unser Highlight war definitiv die Kamelfamilie, da diese unglaublich nett war.

So, jetzt erstmal duschen! 😆

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Ein Gedanke zu „Tour in die Gobi“

  1. Hallo liebes RehaTeam
    Wollte nur kurz mal erwähnen, dass man auch bei 8h querfeldein Auto fahren sogar auf 160% tägliche Altivität auf der polar Uhr kommen kann…
    lg

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