Fünf Nächte, vier Tage, drei Quadratmetern, zwei Fremde, ein Zug

Waggon 6 ist jetzt für 4 Tage & 5 Nächte unser Zuhause.
Nach den ersten Schlafschwierigkeiten haben wir uns an das Rütteln des Zuges gewöhnt und können das Schlafdefizit direkt am ersten Tag wieder einholen.
Unsere Tage bestehen im Großen und Ganzen aus: schlafen, essen, am Fenster stehen, lesen, Musik hören, quatschen. Mehr gibt es nicht zu tun & das ist auch gut so. Durch den Zug haben wir uns erhofft schnell in den Langzeit-Reisemodus überzugehen.
Ist uns gelungen!

In unserem Waggon befinden sich viele Nationalitäten: Malaysia/Singapur, England, Indien, Schweiz, Mongolei, Ein bunter Trupp aus 1 Familie, vielen Männern & wir.
Die meisten steigen in Ulan Bator aus, nur wenige fahren direkt bis Peking durch.

Häufig trifft man sich am Fenster und spricht über vergangene und zukünftige Reisen.
Unser Glück war, dass alle Englisch sprachen & Nicholas aus Singapur sogar Chinesisch konnte und wir dadurch mit unserem Zugbegleiter in Gespräch kamen. Wir erhielten wertvolle Tipps für unsere Weiterreise durch China und Malaysia.
Von Nicholas, dem Eisenbahnfan, haben wir auch erfahren, dass die niedrige Zugnummer nicht für Komfort steht (so war unsere Annahme) sondern für Pünktlichkeit. Wir hatten uns schon gewundert.

Die ersten Tage war es sehr warm im Zug und der Ventilator lief im Dauerbetrieb. 30°C auf so wenigen Quadratmetern und das 5 Tage ohne Dusche, dass kann spannend werden.
Zum Glück wurde es je östlicher wir kamen immer angenehmer. Am Baikalsee waren es im Zug noch 15°C und auch der befürchtete Geruch blieb aus.
Irgendwie hat es funktioniert sich mit dem eiskaltem Wasser sogar die Haare zu waschen.

Was uns das leben tatsächlich etwas schwer machte, war die Zeitverschiebung von 5 Stunden, unseren Rhythmus völlig durcheinander brachte.

Die russische Grenzkontrolle bietet das volle Programm: Sichtkontrolle, Spürhund, Personenzähler … nach knapp 2 Stunden war die Kontrolle erledigt und wir offiziell raus aus Russland.
Jetzt standen weitere 2 Stunden an der mongolischen Grenze an. Kurz vor 3Uhr Ulan Bator-Zeit war die Prozedur beendet und wir konnten schlafen.
Die Nacht war kurz, denn 6:30 Uhr wurden wir bereits wieder für die Ankunft in UB geweckt.

Der ganze Schlaf der letzten Tage hat sich in Luft aufgelöst und wir kommen extrem müde an.

Fazit unserer Transsib-Erfahrung:
Einmalig, lohnenswert und definitiv eine Erfahrung wert!

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2 Kommentare zu „Fünf Nächte, vier Tage, drei Quadratmetern, zwei Fremde, ein Zug“

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